Das ZDF hat am Montagabend die Free-TV-Premiere von Richard Linklaters Krimikomödie „A Killer Romance“ gezeigt - und den Prime-Time-Puffer nach der eigenen Erfolgsproduktion „Nix ist fix“ mit einem soliden, aber unspektakulären Ergebnis gefüllt. Nach 22.15 Uhr sahen im Schnitt 0,96 Millionen Menschen zu, der Marktanteil lag bei 8,5 Prozent. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen erreichte die US-Produktion 0,10 Millionen Zuschauer und 5,3 Prozent - „man riss noch nicht mal mehr die Millionen-Marke“, notiert das Fachportal Quotenmeter.
Der Film war 2023 bei den Filmfestspielen in Venedig uraufgeführt worden und lief 2024 zunächst über Netflix. Für das deutsche Free-TV war es die erste Ausstrahlung. Linklater, oscarnominiert für „Boyhood“, hat das Drehbuch gemeinsam mit Hauptdarsteller Glen Powell geschrieben. Powell spielt den Philosophieprofessor Gary Johnson, der für die Polizei in New Orleans undercover als vermeintlicher Auftragskiller potenzielle Mordgesuche entlarvt. Als Klientin Madison (Adria Arjona) auftaucht, verliert die Konstruktion ihre professionelle Distanz.
International steht die Regiearbeit mit einer 95-Prozent-Wertung bei Rotten Tomatoes ausgesprochen gut da; das Publikum vergibt dort 89 Prozent. Die Kritikerinstanz zitiert Linklaters Film als „hervorragende Bühne für Hauptdarsteller Glen Powell - und einer der absolut unterhaltsamsten Filme in Richard Linklaters Karriere“. Auch die deutschsprachige Rezeption fiel positiv aus: Die Kulturpublikation Weltexpresso beschrieb den Film als „temporeich, unterhaltsam und klug“ mit einer „tollen Balance zwischen lustig, mysteriös und sogar philosophisch“.
Nach 22.00 Uhr lief die Free-TV-Premiere der Actionkomödie „A Killer Romance“ vor lediglich einstelligen 8,5 wie behäbigen 5,3 Prozent (Jüngere), wofür Beteiligungen im Umfang 0,96 und 0,10 Millionen verantwortlich waren - man riss noch nicht mal mehr die Millionen-Marke.
Zweiter Baustein im ZDF-Montagsprogramm
Für das ZDF war „A Killer Romance“ der Nachschlag zur eigentlichen Prime-Time-Erfolgsgeschichte des Abends: Die Tragikomödie „Nix ist fix“ mit Julia Koschitz hatte um 20.15 Uhr 3,37 Millionen Zuschauer und 17,7 Prozent Marktanteil geholt und knapp die ARD-Konkurrenz übertroffen. Dass die Late-Night-Anschlussproduktion diese Fallhöhe nicht halten kann, ist im linearen Fernsehen wenig überraschend; für einen anspruchsvollen Genrefilm nach 22 Uhr sind knapp neun Prozent Marktanteil kein Fehlstart, sondern eine erwartbare Zahl.
Interessanter dürfte die Nachverwertung sein. Nach der linearen Ausstrahlung steht der Film noch bis zum 9. September in der ZDFmediathek zum kostenlosen Abruf bereit. Für einen Film, dessen Publikum in Deutschland bislang vor allem über Netflix und Streaming-Empfehlungen erschlossen wurde, dürfte das On-Demand-Fenster die eigentliche Reichweitenquelle sein - Linklater und Powell adressieren nicht das klassische ZDF-Krimiabo-Publikum.
Kontext: Powell und Linklater
Powell, der 2022 mit „Top Gun: Maverick“ den Durchbruch in Hollywood schaffte, arbeitete für „A Killer Romance“ zum zweiten Mal mit Linklater zusammen. Die Zusammenarbeit war ursprünglich als Independent-Projekt geplant, wurde jedoch nach der Venedig-Premiere von Netflix übernommen. Linklater begleitete den Film im Sommer 2024 durch die europäischen Festivals; ein regulärer Kinostart in Deutschland fand nicht statt. Damit war die Free-TV-Premiere im ZDF für viele deutsche Zuschauer der erste zugängliche lineare Termin.