Achim Wolff ist tot. Der Berliner Schauspieler starb am Dienstag im Alter von 87 Jahren nach schwerer Krankheit im Kreis seiner Familie, wie seine Agentur am Mittwoch mitteilte. Seine Ehefrau, die Schauspielerin Rita Feldmeier, bestätigte die Nachricht gegenüber der Zeitschrift „SuperIllu“. Wolff war einem breiten Publikum vor allem als Rudi Reschke aus der ZDF-Postamt-Comedy „Salto Postale“ bekannt, in der er ab 1993 an der Seite von Wolfgang Stumph spielte.
Wolffs Karriere umfasste mehr als 100 Kino- und Fernsehproduktionen und reichte von den DEFA-Anfängen bis in die Streaming-Gegenwart. Sein Filmdebüt gab er 1960 in „Toter Winkel“, es folgte die DEFA-Produktion „Die Liebe und der Co-Pilot“. Beim DDR-Fernsehen war er unter anderem in der Serie „Fridolin“ und in Filmen des Regisseurs Herrmann Zschoche zu sehen. Nach der Wende gelang ihm der Sprung ins gesamtdeutsche Unterhaltungsfernsehen mit „Salto Postale“ - und der Rolle des grantelnden, herzensguten Postbeamten Reschke, die ihm bis in die Nachfolgeserien „Salto Kommunale“ und „Salto Speziale“ hinein anhaftete.
Alles läuft wie von selbst, wir haben die gleichen Schwingungen.
Die zweite Heimat blieb daneben die Bühne. Als Philipp Klapproth in „Pension Schöller“ stand er seit 1997 im Berliner Theater am Kurfürstendamm auf den Brettern, in über 800 Vorstellungen. Weitere Stationen führten ihn ans Friedrichstadt-Palast, ans Hans-Otto-Theater Potsdam, an die Komödie Dresden und ans Berliner Theater 89. In Til Schweigers Bühnenfassung von „Honig im Kopf“ spielte er am Schlosspark-Theater den Amandus. Einem jüngeren Publikum wurde er zwischen 2005 und 2012 als Weihnachtsmann in der KiKA-Serie „Beutolomäus“ vertraut.
Wolff und Feldmeier waren seit 1985 verheiratet und lebten in Stahnsdorf südwestlich von Berlin, mit einem Rückzugsort in Plau am See. Auch im vergangenen Sommer stand das Paar noch gemeinsam auf der Bühne der Beelitzer Festspiele. „Alles läuft wie von selbst, wir haben die gleichen Schwingungen“, hatte Wolff einmal über die Ehe gesagt, aus der zwei Kinder hervorgingen. Bis zuletzt arbeitete der Charakterdarsteller, wie die Berliner Zeitung anmerkt, in einem Beruf, den er nie als solchen empfand - sondern als Lebensweise.