Wenn am 17. September „Adams Acht“ bundesweit in die Kinos kommt, hat der Film schon einen Vorschuss aus dem Publikum eingesammelt. Beim 22. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen, das am 6. September mit über 130.000 Besuchern zu Ende ging, teilten sich Hannu Salonens Sportdrama und Marcus O. Rosenmüllers „Block 10“ den Rheingold Publikumspreis 2026, den die Zuschauer selbst per Stimmzettel vergeben. „Das ist der wichtigste und beste Preis, den man gewinnen kann, und ich freue mich sehr“, sagte Regisseur Salonen bei der Preisverleihung. Drei Tage später lief der Film bei der Berliner Premiere im Zoo Palast.

Im Zentrum von „Adams Acht“ steht Karl Adam, gespielt von Oliver Masucci. Der Lehrer aus Ratzeburg formte Ende der 1950er Jahre eine Gruppe junger Männer zu einem Ruderachter, der bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom Gold holte - der erste deutsche Olympiasieg im Achter seit 1928 und eine der prägenden Sport-Erinnerungen der jungen Bundesrepublik. Adam gilt bis heute als Erneuerer des Rudersports, gründete den Ratzeburger Ruderclub mit und stand hinter der Ruderakademie Ratzeburg, die dort bis heute Spitzensportler ausbildet.

Das ist der wichtigste und beste Preis, den man gewinnen kann, und ich freue mich sehr.
- Hannu Salonen, Regisseur, beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen

Neben Masucci steht Felix Kammerer als Ruderer Hans Lenk vor der Kamera, dazu Svenja Jung, Leonard Kunz, Nick Romeo Reimann, Vito Wiesner, Heino Ferch und Axel Milberg. Gedreht wurde von August bis September 2025 in Schleswig-Holstein und in der Slowakei, das Drehbuch schrieben Domenik Pockberger und Stephan Falk, den Score komponierte Karim Sebastian Elias. Die Laufzeit liegt bei 124 Minuten, FSK ab 6. Die Weltpremiere feierte der Film am 21. August in Ratzeburg am historischen Originalschauplatz, unter anderem im Beisein des DRV-Ehrenvorsitzenden Wolfgang Maennig, selbst Olympiasieger von 1988.

Publikumsstark, Kritik verhalten

Die Fachpresse fällt bislang zurückhaltender aus als das Festivalpublikum. Filmstarts-Kritiker Oliver Kube vergab 2,5 von fünf Sternen und bezeichnete den Genremix aus Sport-, Zeit-, Familien- und Liebesdrama als „durchschnittlich“. Salonen, dem Fernsehzuschauer unter anderem durch „Oktoberfest 1900“ bekannt sind, muss den Beweis also im Kino antreten - dort, wo Karl Adams Achter 1960 in Rom vor einem Millionenpublikum an den Fernsehschirmen zur Sensation wurde.

Dass Oliver Masucci in dieser Woche zu den meistgesuchten deutschsprachigen Wikipedia-Einträgen zählt, hat einen zweiten Grund: Der Schauspieler dreht nach eigenen Angaben derzeit sein Regiedebüt, eine Verfilmung seines autobiografischen Buchs „Träumertänzer“ über die Geschichte seiner italienisch-deutschen Familie. Erst einmal aber gehört die kommende Woche einem Trainer aus Ratzeburg und acht jungen Männern, die 1960 auf dem Albaner See ins olympische Finale einliefen.