Karim Adeyemi verlässt Borussia Dortmund. Der 24 Jahre alte Offensivspieler steht nach übereinstimmenden Berichten von Kicker, Sport1 und Sky vor einem Wechsel zum FC Barcelona und soll dort einen Vertrag bis 2031 unterschreiben. Der BVB und der spanische Meister einigten sich am Freitag auf eine Sockelablöse von 22 Millionen Euro, dazu kommen laut Kicker erfolgsabhängige Boni von bis zu neun Millionen Euro. Nur der Medizincheck steht dem Bericht zufolge noch aus.
Für die Dortmunder ist das Paket vor allem wegen einer Klausel attraktiv: Der Verein sichert sich laut Kicker eine Weiterverkaufsbeteiligung von 35 Prozent. Damit hängt der BVB weiterhin am Marktwert seines ehemaligen Angreifers. 2022 hatte Sportdirektor Sebastian Kehl Adeyemi für kolportierte 30 Millionen Euro von Red Bull Salzburg geholt. Ein erstes, niedrigeres Angebot der Katalanen hatte Dortmund laut Sport1 abgelehnt; erst die aufgestockten Boni und die Weiterverkaufsklausel brachten die Einigung.
Der wichtigste Faktor hierbei ist die finanzielle Lage des Vereins.
Sportlich hinterlässt Adeyemi in Dortmund gemischte Bilanzen. In vier Jahren stand er in 146 Pflichtspielen für den BVB, erzielte 36 Tore und legte 25 vor. Auf europäischer Bühne waren die Zahlen mit 16 Toren in 48 Champions-League-Einsätzen bemerkenswert, in der Bundesliga blieben es 23 Treffer in 98 Spielen. In der Endphase der abgelaufenen Saison kam er nach muskulären Problemen kaum noch von Beginn an zum Einsatz. Bundestrainer Julian Nagelsmann berief den Angreifer nicht ins deutsche WM-Aufgebot - während Deutschlands Turnier in Nordamerika saß Adeyemi zu Hause.
Was Flick mit Adeyemi vorhat
In Barcelona trifft Adeyemi auf einen alten Bekannten. Hansi Flick, seit 2024 Trainer der Katalanen, hatte ihm im September 2021 als damaliger DFB-Chef sein Debüt in der A-Nationalmannschaft ermöglicht und schätzt seither dessen Sprintgeschwindigkeit im Umschaltspiel. Nach Informationen von Sport1 hat Flick den Transfer intern vorangetrieben und Adeyemi telefonisch vom Barca-Projekt überzeugt. Neben Lamine Yamal, Raphinha und Anthony Gordon, für den Barca in diesem Sommer 70 Millionen Euro überwiesen hatte, wird die Offensive der Katalanen zur tiefsten der Liga. Adeyemi wird sich zunächst hinter Yamal einreihen müssen, wie Eurosport analysiert.
Was in Dortmund bleibt
Für Dortmund schließt der Verkauf ein Kapitel, das nie voll aufgegangen ist. Zwei starke Wochen konnte Adeyemi selten am Stück reihen, den Sprung zum konstanten Führungsspieler blieb er schuldig. Kehl bekommt nun frisches Kapital für den Umbau des Kaders - und mit dem Weiterverkaufsanteil eine Wette auf einen zweiten Zahltag, sollte Barcelona den Angreifer in Katalonien zum Weltklassespieler formen. Ein Nachfolger auf dem rechten Flügel war bis Samstagmittag nicht kommuniziert.