Zwei Öltanker der Vereinigten Arabischen Emirate sind in der Nacht zum Freitag in der Straße von Hormus angegriffen worden. Die staatliche Nachrichtenagentur WAM meldete, beide Schiffe gehörten dem emiratischen Staatskonzern Adnoc; verletzt wurde niemand. Angaben zu möglichen Schäden gab es zunächst nicht.
Das Außenministerium in Abu Dhabi machte Iran verantwortlich und sprach in einer Erklärung von einem „eklatanten Verstoß“ gegen die UN-Sicherheitsratsresolution 2817, die die Freiheit der Schifffahrt festschreibt. Das Ministerium bezeichnete das Vorgehen der iranischen Revolutionsgarden als „Piraterieakte“ und als „direkte Bedrohung für die Stabilität der Region, ihre Menschen und die globale Energieversorgung“.
Nach Angaben von Al Jazeera war es bereits der zweite Angriff auf Adnoc-Schiffe binnen einer Woche - und der fünfzehnte seit Beginn des Krieges der USA und Israels gegen Iran Ende Februar. Teheran äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.
Eklatanter Verstoß gegen die UN-Sicherheitsratsresolution 2817.
Meerenge faktisch blockiert
Der Krieg zwischen Washington, Israel und Teheran hat den Schiffsverkehr in der wirtschaftlich zentralen Meerenge nahezu zum Erliegen gebracht, wie die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet. Iran versucht seit Monaten, für Durchfahrten Gebühren zu erheben und eine faktische Blockade aufrechtzuerhalten, während die USA mit einer eigenen Gegenblockade dagegenhalten. Trotz einer 60-Tage-Waffenruhe, die in diesen Tagen ausläuft, kommt es weiter zu wechselseitigen Angriffen.
Durch Hormus laufen normalerweise rund zwanzig Prozent des weltweit gehandelten Öls. Seit Kriegsbeginn im Februar haben die Kriegsparteien mehrfach versucht, die Meerenge vollständig wieder zu öffnen - bisher ohne Erfolg. Deutsche Regierungsstellen äußerten sich zunächst nicht zu dem jüngsten Vorfall.