Wie wir am Dienstag berichteten, drehte Argentinien im WM-Achtelfinale gegen Ägypten einen 0:2-Rückstand in dreizehn Minuten in einen 3:2-Sieg. Am Mittwoch folgt der Nachhall: Der ägyptische Fussballverband hat bei der FIFA offiziell Protest gegen den französischen Schiedsrichter François Letexier und sein Team eingelegt, wie Sportschau, Sky Sport und die ZDF-Sportredaktion übereinstimmend berichten. Nationaltrainer Hossam Hassan wählte drastische Worte: „Das war ein manipuliertes Spiel, und die ganze Welt hat es gesehen“, sagte Hassan laut Sky und ZDFheute.
Im Zentrum der Beschwerde stehen zwei Szenen. In der 58. Minute annullierte Letexier einen Treffer des eingewechselten Mostafa Ziko, ohne dass der Video-Assistent eingriff. In der Nachspielzeit, unmittelbar vor dem Siegtor durch Enzo Fernández, zog Alexis Mac Allister im argentinischen Strafraum Ägyptens Hamdi Fathi am Trikot. Der VAR checkte den Elfmeter-Verdacht nicht. „Ein Elfmeter für uns ist nicht einmal vom VAR gecheckt worden“, so Hassan gegenüber der Sportschau. Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich analysierte die Szene bei MagentaTV als klaren Foul-Elfmeter und stellte fest: „Alle strittigen Entscheidungen sind gegen Ägypten getroffen worden“.
Vielleicht wollte man, dass Messi weiter im Rennen bleibt.
Der Verband fordert Letexiers Ausschluss
Verbandspräsident Hany Abo Rida richtete den Protest schriftlich an die FIFA, wie die spanische AS und Eurosport berichten. Darin fordert Ägypten die Suspendierung Letexiers und seiner Assistenten von den verbleibenden Spielen sowie eine formale Untersuchung. Abo Rida spricht laut Eurosport von „offensichtlichen doppelten Standards“ und „kritischen Fehlern“, die den Ausgang der Partie beeinflusst hätten. Eine offizielle Reaktion der FIFA steht bisher aus. Der ARD-Schiedsrichterexperte Lutz Wagner nannte Mac Allisters Aktion in der Sportschau ein „sehr uncleveres Verhalten“.
Hassan boykottiert die WM
Der Trainer kündigte gegenüber ZDFheute zusätzlich einen persönlichen Boykott an: Er werde die verbleibenden Spiele der Weltmeisterschaft nicht mehr verfolgen. Es sei „mein innerer Kampf, mein innerer Protest, meine eigene Art, meine Stimme zu erheben“. Sportlich ist die Sache erledigt: Argentinien bestreitet am Sonntag in Kansas City das Viertelfinale gegen die Schweiz. Für Ägypten endet die WM 2026 im Achtelfinale, in dem die Mannschaft laut Hassan „besser war als der Weltmeister“ - eine Einschätzung, die je nach Aussenblick von den strittigen Szenen bestätigt oder von den 13 Minuten Chaos in der Schlussphase widerlegt wird.