Der Schauspieler Alexander Held ist tot. Wie das ZDF am Dienstag mitteilte, starb der Charakterdarsteller nach kurzer Krankheit. Held wurde 67 Jahre alt. Über den Produzenten Sven Burgemeister, der eng mit Held arbeitete, war die Nachricht zuerst an die Deutsche Presse-Agentur gegangen. Bild berichtete, eine Lungenentzündung sei die Todesursache gewesen.

Held war einer der wenigen deutschen Schauspieler, die parallel zwei der erfolgreichsten ZDF-Samstagskrimis trugen: Seit 2010 ermittelte er in „Stralsund“ als der kontrolliert-zurückhaltende Kriminalhauptkommissar Karl Hidde, seit 2014 in „München Mord“ als der unkonventionelle Ludwig Schaller, ein Ermittler mit Empathie und Intuition. Beide Reihen liefen auch im Frühjahr 2026 noch im ZDF-Programm.

Frank Zervos, Leiter der ZDF-Hauptredaktion Fernsehfilm und Serie I, würdigte Held in einer schriftlichen Erklärung als prägende Figur des Senders. Geboren 1958, hatte Held die Otto-Falckenberg-Schule in München durchlaufen und stand danach an den Münchner Kammerspielen, dem Schauspielhaus Hannover, der Freien Volksbühne Berlin, am Theater Basel und bei den Salzburger Festspielen auf der Bühne, bevor ihn Film und Fernsehen für sich entdeckten.

Wenn ich an Alexander Held denke, dann denke ich an seinen hintergründigen, melancholischen Blick, der seinem Spiel eine philosophische Note gab, und an seinen feinen Humor, mit dem er seine Rollen ausstattete.
- Frank Zervos, ZDF, gegenüber dpa

Im Kino spielte Held Nebenrollen, die nachwirkten. In Steven Spielbergs „Schindlers Liste“ war er 1993 als SS-Offizier zu sehen, in Bully Herbigs „Der Schuh des Manitu“ verkörperte er 2001 den Schriftsteller Karl May, in Marc Rothemunds „Sophie Scholl - Die letzten Tage“ 2005 den Gestapo-Mann Robert Mohr. Auch in Oliver Hirschbiegels „Der Untergang“ hatte er einen Auftritt. Der ZDF-Krimi „Stralsund“ machte ihn 2010 endgültig zum bundesweiten Gesicht.

Verwitwet seit dem Sommer 2014

Privat war Held mit der österreichischen Adligen Patricia Munira Fugger von Babenhausen verheiratet, die er 2005 in New York geehelicht hatte. Sie starb im Mai 2014 mit 51 Jahren an inneren Blutungen, knapp zwölf Jahre vor seinem eigenen Tod. Held hat in Interviews immer wieder offen über die Trauer gesprochen. Über seine Frau sagte er später der Bunten: „Patricia war das Licht in meinem Leben. Doch es ist noch nicht erloschen.“

Die Reaktionen aus der Branche reichten von ARD-Tatort-Kolleginnen bis zu Theaterhäusern, in denen Held einst gespielt hatte. „München Mord“ und „Stralsund“ verlieren mit ihm jeweils eine Identifikationsfigur - in beiden Reihen war er nicht der laute, sondern der genau hinhörende Beamte, der am Ende oft mehr verstand als die jüngeren Kollegen im Team.