Am Mittwoch, einen Tag vor dem Auftakt des Glücksgefühle-Festivals am Hockenheimring, haben die Veranstalter die Band Alphaville aus dem Line-up gestrichen. Sänger Marian Gold machte die Absage über die Social-Media-Kanäle der Band öffentlich. Der Auftritt war für Freitag auf der sogenannten Dopamin Stage geplant.

Die Veranstaltung am Hockenheimring wird seit 2023 von Ex-Nationalspieler Lukas Podolski gemeinsam mit dem Musikmanager Markus Krampe organisiert. Bis Sonntag werden nach Angaben der Veranstalter bis zu 250.000 Besucherinnen und Besucher erwartet, im Programm stehen laut Musikexpress unter anderem David Guetta, Scooter, Andreas Gabalier, SDP und die No Angels. Als Grund für die kurzfristige Absage teilte die Krampe Entertainment Group mit, man dulde „keine politischen Themen oder Äußerungen jeglicher Art“ auf den Bühnen des Festivals.

Hintergrund sind frühere Konzerte, bei denen Gold sich klar gegen die AfD und andere rechte Positionen positioniert hatte, unter anderem beim Hamburger Festival „Die 80er live“. Auch die unautorisierte Nutzung des Alphaville-Hits „Forever Young“ durch Ex-US-Präsident Donald Trump auf dessen Netzwerk Truth Social hatte die Band im April öffentlich zurückgewiesen und eine Löschung verlangt.

Diese Begründung gleicht aus unserer Sicht einem Maulkorberlass.
- Marian Gold, Alphaville

So schrieb der 72-jährige Sänger in einer Stellungnahme, aus der der Tagesspiegel zitiert. Dass eine derartige Einschränkung der „Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit“ auf einem der größten Popfestivals Deutschlands ankomme, empfinde die Band als „absolut untragbar und erschütternd“. Alphaville werde sich mit „allen legalen Mitteln“ gegen die Ausladung wehren.

Krampe wies die Kritik zurück und nannte die Reaktion der Band gegenüber Journalisten „inakzeptabel“. Er wolle „keine politischen Äußerungen und keine negativ behafteten Themen“ auf der Bühne, das gelte für jede Richtung. „Wir lassen uns nicht in irgendeine politische Ecke drängen und werden uns hier mit allen Mitteln wehren“, ließ die Krampe Entertainment Group mitteilen. Die Organisatoren berufen sich auf ihren erklärten Festival-Anspruch „Good Vibes only“, wonach politische Konflikte während der drei Tage in den Hintergrund treten sollen.

Für Alphaville ist es nicht der erste Auftritt in Krampes Umfeld: Die 1982 in Münster gegründete Band war zuvor bereits zweimal bei Veranstaltungen des Musikmanagers zu Gast. Mit „Big in Japan“ und „Forever Young“ zählt sie zu den international erfolgreichsten deutschen Popgruppen der 1980er Jahre. Ihre Haltung werde man aber, so Gold, nicht relativieren: Die Freiheit von Kunst und Meinung müsse „auch und gerade von Künstlerinnen und Künstlern“ verteidigt werden.