Wie wir am Mittwoch berichteten, ist der Schauspieler Andreas Hoppe bereits am 17. August im Alter von 66 Jahren gestorben. Zwei Tage nach der Todesnachricht reagiert die ARD nun mit einer Programmänderung: Statt des ursprünglich geplanten Streifens „Gold“ zeigt Das Erste am Sonntag, 30. August, um 20:15 Uhr den Ludwigshafener „Tatort: Roomservice“ aus dem Jahr 2015. In der Programmvorschau versieht die ARD die Ausstrahlung mit dem Zusatz „Zum Tode von Andreas Hoppe“, wie das Portal kino.de unter Berufung auf die aktualisierte Woche-36-Planung der ARD-Programmdirektion meldet.
Der Fall von Regisseur Tim Trageser nach einem Drehbuch von Stefan Dähnert und Patrick Brunken kreist um den Tod eines Zimmermädchens in einem Ludwigshafener Luxushotel. Die Tote hatte kurz zuvor die Suite des Politikers Joseph Sattler betreten, dessen europaweite Frauenquoten-Initiative ins Wanken gerät. Neben Hoppe als Kommissar Mario Kopper und Ulrike Folkerts als Lena Odenthal ermitteln Lisa Bitter und Nilam Farooq; Suzanne von Borsody und Peter Sattmann übernehmen die Nebenrollen. Die anschließende Sendung „Caren Miosga“ um 21:45 Uhr bleibt unverändert im Programm, wie das Portal leinetal24.de am Freitagvormittag berichtete.
Bereits am vergangenen Mittwochabend hatte der SWR sein reguläres Programm aufgehoben und Hoppes letzten Einsatz, die Folge „Kopper“ aus dem Jahr 2018, um 22:00 Uhr wiederholt. Dem digitalfernsehen-Portal zufolge zog das dritte Programm im Laufe des Abends mit einer zweiten Hoppe-Folge, „Die kleine Zeugin“, nach. Der SWR-Intendant Kai Gniffke hatte den Schauspieler zum Tag der Todesnachricht als „großartigen Schauspieler und Künstler“ gewürdigt, der viel zu früh gegangen sei.
Ich bin traurig, Andi, das war viel zu früh, du warst so ein besonderer Typ.
„Wir sind durch dick und dünn gegangen“
Ulrike Folkerts, die von 1996 bis 2018 in 57 gemeinsamen Folgen an Hoppes Seite ermittelte, meldete sich am Mittwoch auf Instagram zu Wort. „Ich bin zutiefst erschüttert, dass mein Kollege und Freund Andi verstorben ist“, schrieb die Schauspielerin laut trend magazin. Beide seien „durch dick und dünn gegangen“, hätten „aufeinander geachtet“ und sich auch gestritten. „Eine tiefe Freundschaft war das“, schloss Folkerts, bevor sie mit einem persönlichen Abschied endete: „Ich bin traurig, Andi, das war viel zu früh, du warst so ein besonderer Typ.“ Die Bekanntschaft der beiden reicht bis in die gemeinsame Zeit an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover in den 1980er Jahren zurück.
Dem Portal Promiflash zufolge äußerte sich am Donnerstag auch die Schauspielerin Katy Karrenbauer, bekannt aus der RTL-Serie „Hinter Gittern“. „Erschüttert habe ich soeben die Nachricht erhalten, dass du gegangen bist“, schrieb Karrenbauer auf Instagram, „und ich bin einfach fassungslos und unendlich traurig. Viel zu früh, lieber Andi. Viel, viel zu früh!“ Karrenbauer und Hoppe hatten in den vergangenen Jahren mehrfach gemeinsam auf der Bühne gestanden.
Nach 22 Jahren an der Seite Folkerts' war Hoppe Anfang 2018 aus dem Ludwigshafener Team ausgestiegen und hatte sich zunehmend seiner Arbeit als Umwelt- und Regionalvermarkter gewidmet. Für die ARD ist der Kopper-Abschied vom Sonntag deshalb mehr als eine Programmumstellung: „Roomservice“ gehört zu jenen späten Fällen, in denen Hoppes stoische, oft trocken kommentierende Figur den emotionalen Gegenpol zu Folkerts' Odenthal bildete. Wer den Fall am Sonntag um 20:15 Uhr im Ersten oder in der ARD-Mediathek sieht, erlebt eines der letzten gemeinsamen Ensembleporträts des vielleicht langlebigsten Duos der deutschen Krimigeschichte.