Der elfte Fall der ZDF-Reihe „Solo für Weiss“ hat am Montagabend die Primetime deutlich gewonnen. „Blackout“ mit Anna Maria Mühe erreichte um 20.15 Uhr laut Quotenmeter 5,64 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer, der Marktanteil lag bei 25,3 Prozent. Bei den 14- bis 49-Jährigen schalteten 0,28 Millionen ein, was einem Marktanteil von 8,1 Prozent entsprach.

Der Film markiert das zehnjährige Bestehen der Kieler LKA-Ermittlerin - und ist zugleich einer der ungewöhnlichsten Fälle der Reihe. Nora Weiss verbringt eine durchzechte Nacht mit dem früheren Fußballer und Fitness-Influencer Sören Paulitz. Am Morgen liegt Paulitz tot in seinem Haus in Schleswig, und Weiss selbst wird zur Zielperson der Ermittlungen. Statt sich zu offenbaren, verwischt sie Spuren. Regie führte Gunnar Fuß, das Drehbuch stammt von Mathias Klaschka.

Zehn Jahre Nora Weiss - und Rekordreichweite

Die von Network Movie produzierte Reihe läuft seit 2016 und hat laut Filmstarts pro Film Reichweiten von bis zu 7,25 Millionen erreicht. Ungewöhnlich ist die frühe Ausstrahlung: Die vorangegangenen Ausgaben liefen meist im November, „Blackout“ stand in der ZDF-Mediathek schon seit dem 19. September zum Abruf bereit. Zum Vergleich zog der letzte Fall „Gefährliche Gewässer“ im Oktober 2025 laut ms-aktuell 4,455 Millionen Zuschauer bei 17,8 Prozent Marktanteil - der neue Film legt damit spürbar zu.

An Mühes Seite spielen Peter Jordan als LKA-Leiter Jan Geissler, Catrin Striebeck, Alexandra Gottschlich, Ulrich Brandhoff sowie Stefan König als Opfer Paulitz. Fuß, der als Regisseur zugleich die Kamera übernahm, setze auf ein „klassisches Kriminalfilmschema“ mit sorgfältiger Bildgestaltung und markanter Musik, urteilt Tilmann P. Gangloff bei tittelbach.tv - das dramaturgische Fundament sei allerdings „leicht wackelig“.

Schlimm genug, dass sie nicht transparent mit der Geschichte umgeht.
- Film-Rezensionen.de über Nora Weiss

Härter fällt das Urteil von Film-Rezensionen.de aus. Dort spricht die Redaktion von einem Fall „nahe an einem Totalausfall“ und vergibt vier von zehn Punkten. Vorwurf: Das Drehbuch verlasse sich auf das ausgeleierte Motiv der zu Unrecht verdächtigten Ermittlerin. Die Quotenrekordfahrt der Reihe stört das offenbar nicht - im Gegenteil, das ZDF hat mit dem Millionenpublikum den klaren Marktführer der Nacht gestellt.