Apple beginnt am Mittwochabend um 19 Uhr deutscher Zeit im Steve Jobs Theater in Cupertino sein Herbstevent unter dem Titel „Surprise and Shine“. Für John Ternus ist es der erste vollständige Auftritt als CEO, nachdem er den Konzern am 1. September von Tim Cook übernommen hatte. Cook bleibt Apple als Executive Chairman erhalten. Auf der Bühne stehen das iPhone 18 Pro, das iPhone 18 Pro Max und das erste faltbare Apple-Smartphone, das nach übereinstimmenden Berichten von Bloomberg und deutschen Fachmedien iPhone Duo heißen soll.
Das faltbare Modell ist die größte Designveränderung in den knapp zwanzig Jahren des iPhone. Es kommt im Buchformat, mit einem 5,5 Zoll großen Außendisplay und einem 7,8 Zoll großen OLED-Innenbildschirm; aufgeklappt misst das Gehäuse 4,5 Millimeter, wie iPhone-Ticker und Apfeltalk vor dem Event berichteten. Der Konzern verzichtet auf Face ID zugunsten von Touch ID, weil ein FaceTime-Sensorsystem in der dünnen Front keinen Platz mehr fand. Als Chip nennen die Quellen den in TSMCs 2-Nanometer-Verfahren gefertigten A20 Pro, ergänzt durch Apples zweite Modemgeneration C2 und 12 Gigabyte Arbeitsspeicher.
Wichtig für den deutschen Markt ist der Preis. Bloomberg-Reporter Mark Gurman berichtet, dass Apple beim iPhone Duo mit 256 Gigabyte Speicher intern zuletzt einen Startpreis von 1.999 US-Dollar diskutierte. Für Deutschland rechnen ComputerBase und Netzwelt mit Einstiegspreisen zwischen 2.399 und 2.499 Euro; die größten Speichervarianten dürften jenseits der 3.000-Euro-Marke liegen. Zum Vergleich: Samsungs aktuell größtes Foldable, das Galaxy Z Fold 8, startet bei 1.899 US-Dollar. Ausgeliefert wird das Duo laut Gurman nicht im September, sondern erst im Oktober, zunächst in den Farben Weiß und Dunkelblau.
Herzstück ist ein besonders robuster Flüssigmetall-Scharniermechanismus.
iPhone 18 Pro, Watch Series 12, AirPods 5
Bei den klassischen Pro-Modellen ändert Apple weniger am Äußeren als an der Substanz. Das iPhone 18 Pro Max erhält eine mechanisch variable Blende an der Hauptkamera, wie sie sonst nur Systemkameras kennen; die LTPO+-Displays sollen effizienter arbeiten, die Dynamic Island fällt kleiner aus. Neue Farben sind ein Dunkelrot und ein Hellblau, wie iPhone-Ticker unter Berufung auf Zulieferer schrieb. Analystenschätzungen, die das Handelsblatt zitiert, sehen für das iPhone 18 Pro einen Aufschlag von 100 bis 300 US-Dollar gegenüber dem Vorgänger; Cook hatte diese Preisrunde bereits im Juni angedeutet, als er im Wall Street Journal Preiserhöhungen wegen gestiegener Speicherkosten für „unvermeidlich“ erklärte.
Ebenfalls angekündigt sind die Apple Watch Series 12 mit einer Keramikvariante und einer neuen kontinuierlichen Herzfrequenzmessung sowie die Apple Watch Ultra 4, die laut AppleInsider ein KI-gestütztes Recaps-Feature erhält. Dazu kommen AirPods 5 mit dem neuen H3-Chip. Auf der Software-Seite stellt Apple iOS 27, watchOS 27 und macOS „Golden Gate“ vor - inklusive einer stärker KI-gestützten Siri, die nach Wortlaut-Toleranz und Kontextverständnis suchen soll.
Die EU bleibt außen vor - vorerst
Für Nutzer in Deutschland bleibt eine Einschränkung bestehen. Wie bereits im Juni bekannt wurde, liefert Apple die KI-gestützte Siri wegen des Digital Markets Act zunächst nicht auf iPhones und iPads in der EU aus; die neuen Recaps-Funktionen der Apple Watch setzen ein KI-fähiges iPhone voraus und laufen daher hierzulande nur eingeschränkt. Apple hat bereits angekündigt, mit der EU-Kommission an einer Lösung zu arbeiten. Für Ternus ist die Keynote insofern nicht nur die Vorstellung eines Foldables, sondern auch der erste eigene Nachweis, wie er den Konflikt mit den Brüsseler Regulierern in seine Produktstrategie einbaut.
Vorbestellungen für das iPhone 18 Pro sollen Berichten von MacRumors zufolge am Samstag, 12. September, starten, der Verkaufsstart ist für den 18. September geplant; das iPhone Duo folgt im Oktober. Die Reaktion an der Wall Street auf Ternus' Debüt dürfte darüber entscheiden, ob Apples Wette auf ein Foldable in der oberen Preisklasse aufgeht - oder ob der Konzern mit dem teuersten iPhone seiner Geschichte den Massenmarkt verpasst.