Apple hat am Montagabend die vierte Generation seiner Streaming-Box Apple TV 4K vorgestellt. Vier Jahre nach dem letzten Modellwechsel wandert ein A19-Chip in das Gehäuse, drei Fernfeldmikrofone übernehmen die Spracheingabe, und der Preis steigt in Deutschland auf 349 Euro - 50 Euro mehr als bisher. Vorbestellungen laufen seit Dienstag, in den Handel kommt das Gerät am 13. November.

Der Haken folgt im Kleingedruckten: Die zentrale Software-Neuerung, das von Apple Intelligence gespeiste „Siri AI“, startet in der Europäischen Union nicht mit. Mac Life schreibt, Apple „weist zudem ausdrücklich darauf hin, dass Siri AI unter iOS und iPadOS zunächst nicht in der Europäischen Union verfügbar sein wird“. Damit landet die Box in Deutschland mit der klassischen Siri, während Käuferinnen und Käufer in den USA, Großbritannien, Australien, Kanada, Indien, Neuseeland, Singapur und Südafrika die neue Assistenz nutzen können.

Technisch rangiert der neue Apple TV 4K deutlich über dem Vorgänger. Apple nennt bis zu 50 Prozent mehr CPU-Leistung und doppelte GPU-Performance gegenüber dem bisherigen A15-Modell, dazu einen dedizierten AV1-Decoder für effizienteres Streaming. ComputerBase listet zusätzlich Wi-Fi 7 mit 2x2 MIMO, Bluetooth 6.0, HDMI 2.1 und 128 GB Speicher in einer einzigen Ausstattungsvariante. Die überarbeitete Siri Remote lässt sich über das „Wo ist?“-Netz präzise orten und gibt auf Zuruf einen Suchton aus.

Allerdings geht das nur, wenn ein Nutzer auch ein iPhone oder iPad mit Siri AI besitzt.
- heise online über die Siri-Steuerung der neuen Box

Preis verdoppelt sich binnen Monaten

Der Sprung auf 349 Euro ist für deutsche Käuferinnen und Käufer die zweite Preiserhöhung in kurzer Zeit. ifun.de rechnet vor, dass die vorherige Generation im Juni noch 169 Euro gekostet habe, bevor Apple den Preis im Sommer auf 299 Euro anhob - mit dem neuen Modell steige der Einstiegspreis damit innerhalb weniger Monate auf das Doppelte. Zusätzliche Hardware-Funktionen abseits der Mikrofone und des neuen Chips bleiben überschaubar.

Für die EU-Variante bedeutet das: Mehr Rechenleistung und schnellere Funkverbindungen, aber ohne jene KI-Funktionen, mit denen Apple den Produkt-Relaunch international bewirbt. Siri lässt sich über die Fernfeldmikrofone zwar auch auf Deutsch ansprechen, bleibt aber auf dem bisherigen Stand. Einen Zeitplan für den EU-Start von Siri AI nennt Apple nicht; die Funktion setzt zudem ein kompatibles iPhone oder iPad mit aktiviertem Apple Intelligence voraus.

Mit dem Gerät erscheint am 13. November auch der HomePod mini 2. Bis zu vier HomePods lassen sich künftig als Surround-Setup mit der Box koppeln. Das zweite Produkt der Keynote, Apples Smart-Display HomeView, wird dagegen nicht in der EU verkauft - laut ComputerBase, weil Siri AI dort „quasi Basisbestandteil“ ist und ohne die Funktion kein tragfähiges Produkt übrig bleibt.