Am Dienstagabend um 18 Uhr MESZ steigt im Mercedes-Benz Stadium von Atlanta das WM-Achtelfinale zwischen Weltmeister Argentinien und Ägypten. Für Mohamed Salah ist es das Spiel, das er sich selbst gewünscht hat. Auf die Frage, welchen Gegner er bei diesem Turnier noch gerne treffen würde, hatte Ägyptens Kapitän kurz gelächelt und geantwortet: „Messi.“ Am Dienstag bekommt er die Chance.
Der Weg der Pharaonen dorthin verlief historisch: In Arlington bezwangen sie Australien im Sechzehntelfinale mit 4:2 im Elfmeterschießen, nachdem es nach Verlängerung 1:1 gestanden hatte. Es war Ägyptens erster K.-o.-Sieg bei einer Weltmeisterschaft überhaupt. Salah, der die kompletten 120 Minuten trotz einer Oberschenkelverletzung durchspielte, verwandelte seinen Elfmeter mit einem Panenka-Heber, ehe Hossam Abdelmaguid den entscheidenden Treffer setzte.
Messi.
Argentinien reist mit gemischten Gefühlen an. Die Gruppenphase in Kanada und den USA war Klasse für sich - 3:0 gegen Algerien mit einem Messi-Hattrick, 2:0 gegen Österreich, 3:1 gegen Jordanien - doch im Sechzehntelfinale in Miami wackelte der Titelverteidiger deutlich. Gegen Kap Verde brachte Messi die Albiceleste in der 29. Minute in Führung, Deroy Duarte glich in der 59. Minute aus. Lisandro Martínez traf in der 93. Minute erneut, Sidny Lopes Cabral egalisierte in der 103. Er entschieden wurde die Partie erst in der 111. Minute durch ein Eigentor von Diney Borges. Endstand: 3:2 nach Verlängerung, wie die Sportschau berichtete.
Scaloni und der Kap-Verde-Effekt
Für Trainer Lionel Scaloni war die Partie gegen die Insel-Elf sein 100. Länderspiel auf der Bank. Nach dem Zittersieg räumte er ein, gegen einen „unglaublich starken Gegner“ gespielt zu haben. Messi selbst formulierte es nüchterner: „Hier gibt es keine Geschenke.“ Die argentinische Defensive, gegen Kap Verde zweimal geknackt, dürfte in Atlanta die Baustelle sein, an der Scaloni bis zum Anpfiff arbeitet - die Pharaonen setzen unter Cheftrainer Hossam Hassan auf einen kompakten Block und schnelle Konter über Salah und Omar Marmoush.
Statistisch führt an Messi bei diesem Turnier ohnehin kein Weg vorbei: Der 39-Jährige hält bereits bei sieben Toren und ist zum alleinigen WM-Rekordtorschützen aufgestiegen, wie t-online meldet. Salah kommt bislang auf vier Turniertreffer und liegt damit gleichauf mit Spaniens Mikel Oyarzabal.
Übertragung und was auf dem Spiel steht
Die ARD zeigt die Partie live ab 17 Uhr aus dem Sportschau-Studio in Köln, Lea Wagner moderiert an der Seite von Thomas Hitzlsperger, Almuth Schult ist Co-Kommentatorin, Christina Graf berichtet als Reporterin aus Atlanta. Bei MagentaTV läuft das Spiel parallel in UHD. Der Sieger trifft im Viertelfinale in Los Angeles auf den Gewinner der zeitgleich stattfindenden Partie Schweiz gegen Kolumbien in Vancouver. Für Argentinien wäre es die nächste Etappe zur Titelverteidigung, für Ägypten das erste Viertelfinale einer WM überhaupt.