Kansas City. Wenn Argentinien am Mittwoch um 03:00 Uhr MESZ im Arrowhead Stadium gegen Algerien antritt, bestreitet Lionel Messi sein 200. Länderspiel - und er tut es als amtierender Weltmeister, der sich gegen die Erschöpfung des eigenen Alters stemmt. Der 38-Jährige ist mit Argentinien zum sechsten Mal bei einer WM dabei. Kein Feldspieler vor ihm hat das je geschafft.

Trainer Lionel Scaloni redet das Auftaktspiel der Gruppe J bewusst klein. „Es ist nur ein Fußballspiel. Wir wissen von der letzten WM, dass nicht alles schon nach dem ersten Spiel entschieden ist“, sagte er auf der abschließenden Pressekonferenz vor der Partie, wie der österreichische Sportsender Laola1 berichtet. Auch die Personalie Emiliano Martínez sei geklärt - der Torhüter habe sich vom Fingerbruch aus dem Europa-League-Finale erholt: „Emiliano geht es gut, er steht zur Verfügung. Ich glaube, er wird spielen.“

Zehn der elf Spieler aus der Startelf des WM-Finals 2022 stehen im argentinischen Kader, einzig Ángel Di María fehlt. Messi selbst war nach einem muskulären Problem aus seiner letzten MLS-Saison erst beim Test gegen Island in den Kreis zurückgekehrt. Die Sportschau berichtete, dass Scaloni ihn nicht mehr für volle 90 Minuten einplant, sondern als Standardschützen und Spielmacher in einer geänderten Rolle einsetzen will. Im selben Beitrag rechnet die Redaktion vor, dass Messi mit 38 Jahren, elf Monaten und 14 Tagen ohnehin schon der älteste Torschütze Argentiniens überhaupt ist - ein Rekord, der zuvor 68 Jahre lang Ángel Labruna gehört hatte.

Es ist immer eine Ehre, mit dem größten Fußballer aller Zeiten zu spielen. Wir wollen für ihn da sein, wollen ihm dienen.
- Nicolás Otamendi, Argentinien-Innenverteidiger (Laola1)

Algerien: Petković, Mahrez und vier Bundesliga-Profis

Algerien kehrt nach zwölf Jahren wieder auf die WM-Bühne zurück. Trainer ist seit Frühjahr 2024 der frühere Schweizer Nationalcoach Vladimir Petković, der mit der Eidgenossenschaft 2018 das WM-Viertelfinale erreicht hatte. Sein 26er-Kader wird von Kapitän Riyad Mahrez angeführt, dem 35-jährigen früheren Premier-League-Meister mit Leicester und Manchester City, der inzwischen bei Al Ahli in Saudi-Arabien spielt.

Aus deutscher Sicht interessant: Vier Spieler aus der Bundesliga sind dabei. Mittelstürmer Mohamed Amoura (VfL Wolfsburg), Linksverteidiger Ramy Bensebaini (Borussia Dortmund), Mittelfeldspieler Farès Chaïbi und das Leverkusener Talent Ibrahim Maza. Petković hat sein Team in der Vorbereitung kompakt aufgestellt - die taktische Idee dürfte sein, gegen die Argentinier tief zu verteidigen und auf Mahrez' Pässe in den Lauf von Amoura zu setzen.

Messi hat in den Tagen vor dem Auftakt selbst dämpfend gewirkt. Argentinien sei zwar gut gerüstet, sagte er, doch andere Nationen seien aktuell stärker in Form: Frankreich, Spanien, Brasilien, England, Portugal und Deutschland. Die wahre Frage in Kansas City ist eine andere - ob ein Team, das vor dreieinhalb Jahren in Lusail unter Tränen den Pokal hob, noch einmal die Konzentration aufbringt, sich an einer Gegenwehr aus 70 Minuten Verteidigung und einem Schuss abzuarbeiten. Nach Algerien folgen in Gruppe J Ralf Rangnicks Österreich und Jordanien - eine Auslosung, vor der Messi laut den Salzburger Nachrichten ausdrücklich gewarnt hat: „unberechenbar“, war seine Einordnung der Gruppe.