Argentinien hat sich in der Nacht auf Samstag mit Mühe ins Achtelfinale der WM 2026 gerettet. Vor 65.000 Zuschauern im Hard Rock Stadium von Miami Gardens schlug der Weltmeister den Turnierdebütanten Kap Verde erst in der Verlängerung 3:2. Wie wir am Donnerstag berichteten, galt das Duell als der größte Klassenunterschied der Runde der letzten 32 - auf dem Platz war davon lange nichts zu sehen. Erst in der 111. Minute köpfte Cristian Romero nach einer Ecke von Lionel Messi den Siegtreffer, den die FIFA im Nachhinein als Eigentor von Diney Borges wertete. Am Dienstag wartet in Atlanta Ägypten.

Messi hatte die Argentinier in der 29. Minute per Linksschuss aus kurzer Distanz nach Zuspiel von Lisandro Martínez in Führung gebracht - sein siebter Treffer bei diesem Turnier. Kap Verde glich in der 59. Minute durch Deroy Duarte aus, jenen Mittelfeldspieler, der vor der Partie gegenüber der Sportschau vom „wahr gewordenen Traum“ gesprochen hatte. In der Verlängerung stellte Lisandro Martínez nach einer Kombination mit Mac Allister in der 93. Minute auf 2:1, ehe Sidny Lopes Cabral zehn Minuten später mit einem Fernschuss ins lange Eck erneut ausglich. Erst Romeros Kopfball nach der Messi-Ecke brachte in der 111. Minute die Entscheidung.

Wir wussten, dass es eine starke Mannschaft ist. Hier gibt es keine Geschenke.
- Lionel Messi nach dem Spiel

Vozinha hält Kap Verde lange im Spiel

Getragen wurde die Partie phasenweise von Torhüter Vozinha, den die Sportschau schon in der Vorrunde zur Netz-Sensation dieser WM erklärt hatte. In der 73. Minute parierte der 34-Jährige einen Messi-Freistoß aus 17 Metern reaktionsschnell mit den Fingerspitzen. Trainer Lionel Scaloni, für den es das 100. Länderspiel als argentinischer Nationalcoach war, sprach nach dem Abpfiff von einem „sehr schwierigen Spiel“ gegen einen „unglaublich starken Gegner“. Kap Verde, mit knapp einer halben Million Einwohnern der kleinste Verband in der K.o.-Runde, verabschiedete sich als die vielleicht sympathischste Geschichte dieses Turniers.

Nächster Gegner: Ägypten in Atlanta

Für Argentinien geht es am Dienstag um 18 Uhr MESZ im Mercedes-Benz Stadium von Atlanta gegen Ägypten weiter, das sich zuvor im Elfmeterschießen gegen Australien durchgesetzt hatte. Es ist das erste WM-Duell zwischen Messi und Mohamed Salah. Scaloni dürfte nach dem Kraftakt gegen Kap Verde in der Startelf durchwechseln - vor allem im defensiven Mittelfeld hatte Enzo Fernández zuletzt merkbar Tempo verloren. Für den Weltmeister war es nach dem ungefährdeten 3:0 gegen Algerien zum Auftakt und dem 2:0 gegen Österreich das erste ernsthafte Warnsignal in diesem Turnier.