Am Montagmittag setzt die argentinische Nationalmannschaft in Buenos Aires auf. Der Charterflug von Aerolíneas Argentinas hebt in der Nacht in Newark ab, nach elf Flugstunden wird die Selección zwischen 12 und 14 Uhr Ortszeit am Flughafen Ministro Pistarini in Ezeiza erwartet. Wie wir am Sonntag berichteten, verlor Argentinien das WM-Finale im MetLife Stadium 0:1 nach Verlängerung gegen Spanien, der Treffer von Ferran Torres fiel in der 106. Minute.

Auf der Landebahn wartet eine Geste, die den Ton der Rückkehr vorgibt. Auf 150 Metern haben Bodenpersonal und Freiwillige mit rund 100 Markierungsstäben und 20 Farbdosen die Buchstaben „¡¡GRACIAS!!“ aufgemalt, wie die Tageszeitung Infobae berichtet. Drei Tage habe die Arbeit gedauert, die Feuchtigkeit habe das Trocknen erschwert. Die Nachricht soll für die Spieler aus dem Anflug erkennbar sein.

Nicht die gesamte Mannschaft steigt in Newark in die Maschine. Lionel Messi und Rodrigo De Paul bleiben in den USA und schließen sich direkt Inter Miami an, andere Profis reisen zu ihren europäischen Klubs. Auf dem Flug sitzen laut argentinischen Medien der Großteil des Kaders und der Trainerstab um Lionel Scaloni. Der Bundestrainer hatte am Sonntagabend im Stadion nach dem Schlusspfiff gesagt: „Man verliert und man muss wieder aufstehen“, wie die Sportschau berichtete. Man müsse „das Ergebnis anerkennen“.

Milei stellt Feiertag in Aussicht

Präsident Javier Milei kündigte am Sonntag über Nachricht auf X an, den Tag der Rückkehrfeier zum nationalen Feiertag zu erklären - wann immer sich Team und Trainerstab dafür entschieden. „Angesichts der Unruhe bezüglich der Feierlichkeiten teile ich der Bevölkerung mit, dass der Tag, an dem gefeiert werden soll, je nachdem, wie sich die Spieler und der Trainerstab entscheiden, zum nationalen Feiertag erklärt wird“, zitiert die NWZ die Präsidenten-Botschaft. In Erwägung stehe der Montag oder der Dienstag. Milei hatte den Spielern nach der Niederlage geschrieben: „Vosotros luchasteis hasta el final“ - ihr habt bis zum Ende gekämpft.

Diese Nationalmannschaft ist eine Quelle enormen Stolzes für das argentinische Volk.
- Rodolfo Aguiar, ATE-Gewerkschaftschef, in einem offenen Brief an Milei

Auf den Feiertag gedrängt hatte die Staatsangestellten-Gewerkschaft ATE. Deren Vorsitzender Rodolfo Aguiar forderte Milei in einem offenen Brief zur Anerkennung des Teams auf. Die Casa Rosada teilte mit, dass Karina Milei, Generalsekretärin der Präsidentschaft, gemeinsam mit der Casa Militar die Organisation des Empfangs übernehme. Ein Balkonauftritt am Regierungssitz ist eingeplant, die Vorbereitungen für die Sicherheit laufen über die Luftfahrtbehörde ANAC. Aus dem Regierungspalast heißt es laut LA NACION, man wolle den Empfang „entpolitisieren“ und der Straßenfeier nicht in die Quere kommen.

Wie groß der Andrang wird, ist offen. Nach dem WM-Titel 2022 in Katar strömten rund fünf Millionen Menschen ins Zentrum von Buenos Aires. Bei einer verlorenen Finalpartie dürfte die Zahl niedriger ausfallen; die Behörden hatten für den Fall eines Sieges mit über vier Millionen Fans gerechnet. Sicher ist: Der Trophäenraum in Ezeiza bleibt leer, aber der 39 Jahre alte Kapitän Messi hat mit Tränen die Silbermedaille angenommen. Nach dem Finale hatte er auf Instagram geschrieben, was zähle sei „die Einheit dieser Gruppe“, unabhängig vom Ergebnis.