Mit der ersten Weltrangliste nach den French Open hat Alexander Zverev seinen Rückstand auf Platz zwei deutlich verkürzt. Der Hamburger steht in der am Montag von der ATP veröffentlichten Liste weiter auf Rang drei, sammelte aber durch den Titelgewinn in Paris 1.600 Punkte. Vor ihm liegt Carlos Alcaraz nun nur noch 2.655 Zähler entfernt, wie aus den von Eurosport und Sky publizierten Daten hervorgeht.
Möglich wurde die Annäherung, weil der Spanier seinen Vorjahrestitel auf dem Sand des Bois de Boulogne wegen einer Verletzung nicht verteidigen konnte und damit 2.000 Punkte abgab. Tabellenführer bleibt mit komfortablem Abstand Jannik Sinner: Der Italiener kommt auf 13.500 Punkte, Alcaraz auf 9.960, Zverev auf 7.305. Zwischen Zverev und dem viertplatzierten Félix Auger-Aliassime klafft eine Lücke von 2.865 Zählern.
Der eigentliche Aufsteiger der neuen Liste sitzt allerdings in Rom: Flavio Cobolli, der unterlegene Finalist von Paris, klettert vier Plätze auf Position zehn und schafft als 24-Jähriger erstmals den Sprung in die Top Ten. Damit ist er nach Adriano Panatta, Corrado Barazzutti, Fabio Fognini, Matteo Berrettini, Jannik Sinner und Lorenzo Musetti erst der siebte Italiener in der Geschichte der seit 1973 geführten ATP-Rangliste, der diese Marke erreicht. Vier Jahrzehnte lang hatten nur Panatta und Barazzutti den Wert für Italien gehalten, wie der ATP-Tour-Verband am Sonntag in seiner Live-Hochrechnung schrieb.
Djokovic verliert seinen Platz unter den fünf Besten
Verlierer der neuen Liste ist Novak Djokovic. Der Serbe scheidet in Paris bereits in der dritten Runde aus und rutscht drei Plätze auf Rang sieben ab, fliegt damit aus den Top Five. Auger-Aliassime klettert dadurch auf seine Karrierebestmarke vier, gefolgt von Ben Shelton (5) und Alex de Minaur (6). Auch Lorenzo Musetti büßt nach einer verletzungsbedingten Pause fünf Positionen ein und steht nun auf Rang 16. Tommy Paul verliert nach seinem frühen Aus in Paris sieben Plätze und liegt auf 28.
Hinter Zverev fällt die deutsche Bilanz dünn aus. Yannick Hanfmann verliert sechs Plätze und liegt nun auf Rang 59, Jan-Lennard Struff steht auf Position 77, Daniel Altmaier auf 85. Bei den Damen ist Laura Siegemund mit Rang 42 weiter beste Deutsche, vor Tamara Korpatsch (76), Eva Lys (79) und Ella Seidel (93). An der WTA-Spitze blieb das Trio Aryna Sabalenka, Elena Rybakina und Iga Swiatek unverändert.
Die nächste Verschiebung im Männer-Tableau steht in drei Wochen an. Vom 29. Juni bis zum 12. Juli wird in Wimbledon gespielt. Verteidigt Sinner seinen Vorjahrestitel auf Rasen, baut der Italiener seine Führung aus. Verliert er früh und gewinnt Zverev, hat der Olympiasieger in der Folge erstmals eine realistische Chance, in der Weltrangliste auch Alcaraz zu überholen.