Bei Leuna/Krumpa im Saalekreis ist am Donnerstag Deutschlands aktuell größter in Betrieb befindlicher Batteriespeicher ans Netz gegangen. Der oberfränkische Betreiber Münch Energie weihte die Anlage gemeinsam mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) ein. Der Verbund aus fünf Teilanlagen bringt es auf 250 Megawatt Leistung und rund 500 Megawattstunden Speicherkapazität; bis Jahresende soll sich die Kapazität auf 800 Megawattstunden erweitern lassen, wie t-online berichtet.

Der Standort liegt am Geiseltalsee, dem zweitgrößten künstlichen See Deutschlands, entstanden aus einem stillgelegten Braunkohletagebau. Angeschlossen ist die Anlage über mehrere neu gebaute Umspannwerke mit zusammen 300 Megavoltampere; die Bauzeit lag bei rund sechs Monaten. Finanziert wurde das Projekt nach Angaben des Betreibers vollständig privat, ohne staatliche Förderung.

Ministerpräsident Schulze verband die Einweihung mit der Rolle des Bundeslandes im Strommarkt. „Sachsen-Anhalt ist ein Energieland. Wir erzeugen heute bereits große Mengen Strom aus Sonne und Wind“, sagte er bei der Inbetriebnahme laut Pressemitteilung von Münch Energie. Speicher wie der in Krumpa sollten die schwankende Einspeisung aus Wind- und Photovoltaikanlagen glätten und Redispatch-Eingriffe der Netzbetreiber reduzieren. „Für diese Flexibilität sind Großspeicher der Schlüssel“, zitierte cash.ch den Regierungschef.

Wo Strom günstig, sicher und grün ist, dorthin gehen die Investitionen.
- Mario Münch, Gründer Münch Energie, Presseportal

Weitere Großspeicher in Sachsen-Anhalt geplant

Krumpa ist Teil einer sich verdichtenden Speicher-Landschaft im Bundesland. In Förderstedt entsteht laut t-online eine Anlage mit 300 Megawatt Leistung, die 2027 voll in Betrieb gehen soll; für Wittenberg ist ein Batteriepark mit 60 Megawatt Leistung und 190 Megawattstunden Speicherkapazität für 2028 vorgesehen. Statistisch führt Bayern die Batteriespeicherkapazität nach Bundesländern noch an, doch Sachsen-Anhalt schließt zügig auf.

Für Münch-Gründer Mario Münch markiert der Standort einen Wechsel im Charakter der Region. Der Speicher sei eine „sehr intelligente Fortsetzung der Geschichte“ des ehemaligen Braunkohlereviers, sagte er nach Angaben von cash.ch. Politisch fällt die Einweihung in eine Phase, in der die schwarz-rote Koalition in Berlin über die EEG-Novelle streitet - Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat gerade eine Kürzung der Solarförderung vorgeschlagen. Die neuen Großspeicher sollen genau jene Netzengpässe entlasten, die durch den Ausbau der erneuerbaren Erzeugung entstehen.