Arte hat am Sonntagabend mit „The Bee Gees: How Can You Mend a Broken Heart“ einen sechswöchigen Programmschwerpunkt zur Disco-Ära eröffnet. Der Film, 2020 als erste autorisierte Langzeitdoku über die Brüder Barry, Robin und Maurice Gibb entstanden, lief um 20.15 Uhr im Hauptabendprogramm und ist seitdem in der Arte-Mediathek abrufbar.

Der Film, in den USA zuerst beim Pay-TV-Sender HBO gezeigt, ist nach Angaben des Magazins kulturnews die erste vollständige Filmbiografie, die von Barry Gibb und den Nachlässen seiner verstorbenen Brüder freigegeben wurde. Er zeichnet den Weg vom australischen Kindertrio über den Welterfolg mit dem „Saturday Night Fever“-Soundtrack 1977 bis zum frühen Tod von Maurice 2003 und Robin 2012 nach. Heute ist der 79-jährige Barry Gibb der einzige noch lebende der drei Brüder.

Mit dem Auftakt am Sonntag eröffnet der deutsch-französische Kultursender seinen „Summer of Disco“. Bis zum 9. August widmet Arte jeden Sonntag- und Mittwochabend Dokumentationen, Spielfilmen und Konzerten aus und über ein Genre, das laut Ankündigung des Senders aus afroamerikanischen, lateinamerikanischen und queeren Subkulturen der Siebzigerjahre hervorgegangen sei. Lange als kommerzielle Verfallserscheinung verschrien, werde Disco heute wieder von Pop-Stars wie Dua Lipa oder Lady Gaga zitiert, heißt es im Begleittext zum Schwerpunkt.

Was bis Anfang August im Programm steht

Zu den weiteren Hauptstücken zählen die Dokumentation „I Feel Love“ über Donna Summer und Giorgio Moroder am 8. Juli sowie „Saturday Night Fever“ mit John Travolta am 19. Juli, wie aus der Pressemitteilung des Senders hervorgeht. Hinzu kommen die Spielfilme „Fame“, „Studio 54“, „Scarface“ und „Carlito's Way“ sowie Künstlerporträts unter anderem zu Lady Gaga, Dua Lipa, Madonna, James Brown und George Clinton.

Auf der Konzertseite stehen ein Stevie-Wonder-Mitschnitt aus dem „Musikladen“ von 1974 sowie ein Cerrone-Auftritt aus Straßburg von 2026. Als 90-minütiges Special läuft das Compilation-Format „Disco Never Dies! - Musikladen-Hits für die Ewigkeit“ mit Auftritten von ABBA, Boney M., The Jacksons, Chic und Kool & The Gang. Auch die kulturhistorische Doku „Disco Sucks - Amerikas erster Kulturkampf“ über die Backlash-Bewegung der späten Siebzigerjahre ist Teil des Schwerpunkts.

Die Bee Gees, 1958 in Australien als Kinderband gegründet, gelten als zentrale Stimme des Disco-Phänomens. Mit Falsettgesang und mehrstimmigen Refrains prägten die drei Brüder den „Saturday Night Fever“-Soundtrack, der bis heute zu den meistverkauften Filmsoundtracks zählt. Mit dem aktuellen Schwerpunkt knüpft Arte an die Aufmerksamkeit an, die das Werk der Brüder Gibb auf Streaming-Plattformen und in Tribute-Shows zuletzt wieder erfahren hat.