Belgien ist mit Müh und Not in die WM 2026 gestartet. Die Roten Teufel von Rudi Garcia kamen am Sonntag im Seattler Lumen Field gegen Außenseiter Ägypten nicht über ein 1:1 hinaus, gerettet durch einen Joker, der nur 23 Sekunden auf dem Platz stand: Romelu Lukaku. Für Mohamed Salah, der an diesem Tag seinen 34. Geburtstag feierte, blieb am Ende ein verdienter Punkt im Gruppe-G-Auftakt.

Die Pharaonen unter Hossam Hassan gingen in der 20. Minute in Führung. Salah bediente Emam Ashour vor dem Strafraum, der Mittelfeldspieler von Al-Ahly zog aus rund 20 Metern ab. Mit über 100 Stundenkilometern flog der Ball flach ins Eck, Torwart Thibaut Courtois war chancenlos. Belgien wirkte in der ersten Halbzeit ratlos, fand kaum Zugriff auf das ägyptische Mittelfeld und musste sich in der drückenden Mittagshitze von rund 32 Grad in eine Trinkpause flüchten, wie die Sportschau berichtet.

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Belgier den Druck. Kevin De Bruyne setzte in der 52. Minute einen Freistoß an den Pfosten, Youri Tielemans vergab aus kurzer Distanz. Ägypten hielt mit schnellen Kontern dagegen, Omar Marmoush und Mostafa Mohamed hatten den zweiten Treffer auf dem Fuß, scheiterten aber an Courtois. Erst Garcias Wechsel in der 66. Minute brachte die Wende: Für Charles De Ketelaere kam Lukaku. Eine Flanke von Thomas Meunier flog in den Strafraum, Lukaku machte sich auf den Weg in den Fünfmeterraum - allein seine Präsenz reichte, um Mohamed Hany zur Verzweiflungstat zu treiben. Der Verteidiger stocherte den Ball ins eigene Netz. Es war der einzige Treffer der Belgier in einer ansonsten zerfahrenen Partie, in der sie laut ZDFheute zwar 57 Prozent Ballbesitz hatten, aber nur sechs Torschüsse zusammenbrachten.

Für einen Nationaltrainer ist das der heilige Gral.
- Rudi Garcia über sein WM-Debüt, GrenzEcho

Schwerer Start in Gruppe G

Vor dem Turnier hatte Garcia den Anlass groß gemacht. Der 62-jährige Franzose, der die Roten Teufel im Frühjahr 2025 als Nachfolger von Domenico Tedesco übernommen hatte, erlebte in Seattle sein erstes WM-Spiel auf der Trainerbank. Nach 90 Minuten gegen Ägypten ist klar: Der von ihm beschworene Heilige Gral wird sich nicht leicht greifen lassen. Belgien trifft am kommenden Sonntag in Los Angeles auf Iran, Ägypten spielt am Montag in Vancouver gegen Neuseeland. Eine Gruppe, in der vor dem Anstoß alles für die Belgier sprach, ist nach dem ersten Spieltag offen.