Die FIFA hat den paraguayischen Schiedsrichter Juan Gabriel Benítez für Deutschlands zweites WM-Vorrundenspiel angesetzt. Der 43-Jährige leitet am Samstag um 22.00 Uhr MESZ die Partie gegen die Elfenbeinküste im Toronto Stadium, wie der Weltverband am Mittwoch bekanntgab. Für Benítez ist es das erste Spiel bei einer Weltmeisterschaft.

Der Referee aus Asunción steht seit 2019 auf der internationalen FIFA-Liste. Bei der Copa América 2024 sammelte er erste Erfahrung auf Kontinentalebene, im vergangenen Sommer leitete er bei der Klub-Weltmeisterschaft die Gruppenphasenpartie zwischen Borussia Dortmund und Mamelodi Sundowns. Der BVB gewann das Spiel 4:3, Felix Nmecha erzielte unter Benítez' Leitung eines der deutschen Tore.

An den Seitenlinien assistieren in Toronto seine paraguayischen Landsleute Eduardo Cardozo und Milciades Saldivar. Vierter Offizieller ist der Saudi-Araber Khalid Alturais. Damit setzt der Weltverband bei Deutschland zum zweiten Mal in Folge auf eine vergleichsweise unerfahrene Crew.

Zweiter WM-Neuling in zwei Spielen

Bereits beim 7:1 zum Turnierauftakt gegen Curaçao hatte mit dem Marokkaner Jalal Jayed ein WM-Debütant die Pfeife geführt. Die „Stuttgarter Zeitung“ wertet die Doppelansetzung als Indiz dafür, dass die FIFA in der Vorrunde gezielt jüngere Unparteiische erprobt. Aus deutscher Perspektive war Jayed wegen mehrerer Strafraumszenen umstritten, der DFB hielt sich in der öffentlichen Bewertung jedoch zurück.

Im Fall Benítez fällt die Vorbewertung anders aus. Wie die „sportschau“ mit Verweis auf das Dortmund-Sundowns-Spiel berichtet, blieb der Paraguayer dort von größeren Konflikten frei und führte die offene Partie ohne nennenswerte Beschwerden über die Bühne. Nmecha, inzwischen Teil des deutschen WM-Kaders, kennt den Schiedsrichter aus dieser Begegnung.

Die Mannschaft von Julian Nagelsmann reist am Donnerstag aus dem Trainingslager in Winston-Salem nach Toronto. Es ist Deutschlands zweite Partie in der kanadischen Metropole überhaupt, die erste fand 1994 statt, als die DFB-Elf Kanada in einem Vorbereitungsspiel mit 2:0 besiegte. Auch das abschließende Gruppenspiel gegen Spanien am 23. Juni ist im Toronto Stadium angesetzt. Sportdirektor Rudi Völler, damals als Spieler im Einsatz, gehört nach DFB-Angaben zur Delegation.