Tom Bischof hat am Donnerstagabend sein erstes Tor für Deutschland erzielt und Jürgen Klopp zum ersten Sieg als Bundestrainer verholfen. In der 39. Minute des 2:0 gegen Serbien stand der 21-jährige Bayern-Mittelfeldspieler in der Allianz Arena goldrichtig, als ein Pfostenschuss von Florian Wirtz zurück ins Feld sprang. Zuvor hatte Aleksandar Pavlović den Angriff aus der Mitte heraus aufgebaut. „Ich habe es einfach rausgelassen und war einfach unfassbar glücklich. Ein unbeschreibliches Gefühl“, sagte Bischof nach dem Spiel in der ARD.
Es war erst sein zweites Länderspiel. Das Debüt hatte Bischof im Juni 2025 im Spiel um Platz drei der Nations-League-Endrunde gegen Frankreich gegeben, damals noch unter Julian Nagelsmann. Unter Klopp stand er am Donnerstag erstmals in der Startelf, 83 Ballkontakte, 90 Prozent Passquote, so die Zahlen von t-online. DFB-Direktor Per Mertesacker lobte in der Sportschau Bischofs „sensationelle“ Raumaufteilung und sein Spielverständnis gegen den Ball.
Großartiger Kerl, fantastischer Spieler, großartige Einstellung.
Dass Klopp es dabei beließ und sofort auf Pavlović überleitete, fiel in den Pressekonferenzen auf. „Pavlović war überall. Das sollte unser Standard sein“, sagte der Bundestrainer. Auf eine direkte Frage nach einem Vergleich zwischen Bischof und dem nicht nominierten Kapitän Joshua Kimmich reagierte Klopp spürbar reserviert. „Das wird daraus eine Joshua-Kimmich-Story. Dafür sorgt ihr“, hielt er den Reportern entgegen, wie t-online dokumentierte.
Aus Amorbach über Hoffenheim nach München
Bischofs Weg in die A-Mannschaft ist kein überraschender. Geboren 2005 in Aschaffenburg, aufgewachsen in Amorbach, wechselte er mit zehn Jahren fest zur TSG 1899 Hoffenheim. Dort debütierte er mit 16 Jahren und 264 Tagen in der Bundesliga, als bis dahin jüngster Hoffenheimer in der Liga. Im Sommer 2025 verpflichtete ihn der FC Bayern München ablösefrei und stattete ihn mit einem Vertrag bis Juni 2029 aus. Sportdirektor Christoph Freund hatte ihn bei der Vorstellung als „einen der besten jungen Spieler Deutschlands“ bezeichnet, der „ideal zu unserer Spielidee“ passe.
In München konkurriert Bischof mit Pavlović und Kimmich um die Plätze in der zentralen Mitte. Dass Vincent Kompany die beiden 22- und 21-Jährigen in dieser Saison schon mehrfach gemeinsam aufstellte, war im Verein kein Geheimnis. Im DFB-Trikot bekam das Duo gegen Serbien eine erste größere Bühne. Das Branchenmagazin FCBinside titelte am Freitag, Bischof und Pavlović seien ein „neues Traumduo“ und erhöhten den Druck auf Kimmich.
Vor dem Rückspiel am Sonntag in Thessaloniki steht Deutschland mit vier Punkten auf Rang drei der Gruppe A2, hinter Griechenland und den Niederlanden. Klopp hat angekündigt, Rotationsspieler zu bringen, die er in München geschont habe. Dass Bischof in dieser Variante wieder von Beginn an spielt, ist nach dem Münchner Auftritt die wahrscheinlichere Option. Für den 21-Jährigen beginnt damit die eigentliche Prüfung: nicht der Jubel nach dem ersten Tor, sondern das zweite Spiel.