Die walisische Rocksängerin Bonnie Tyler ist tot. Sie starb in der Nacht auf Donnerstag in einem Krankenhaus in Portugal, wie ihre Familie am Donnerstag mitteilte. Tyler wurde 75 Jahre alt. Als Todesursache nannten die Angehörigen die Folgen jener schweren Erkrankung, die die Sängerin seit Anfang Mai auf die Intensivstation gezwungen hatte.
Anfang Mai 2026 war Tyler in einem Krankenhaus in Faro an der portugiesischen Algarve wegen eines Darmdurchbruchs notoperiert worden. Anschließend lag sie wochenlang im künstlichen Koma. Im Juni hatte ihre Familie mitgeteilt, dass Tyler das Bewusstsein wiedererlangt habe, ihr Zustand aber weiter kritisch sei und die Fortschritte langsam. Am Mittwochabend kam es dann zu einem plötzlichen medizinischen Rückschlag, wie der österreichische Rundfunk ORF berichtet.
Bonnie Tylers Familie und ihr Team sind zutiefst erschüttert, mitteilen zu müssen, dass Bonnie gestern Abend unerwartet in einem Krankenhaus in Portugal an den Folgen der Krankheit verstorben ist.
Tyler wurde am 8. Juni 1951 als Gaynor Hopkins in Skewen bei Neath in Wales geboren. Nach ersten Auftritten in Pubs kam der internationale Durchbruch 1977 mit It's a Heartache. Ihre raue, unverwechselbare Stimme - Folge einer Kehlkopfoperation Mitte der Siebziger - wurde zum Markenzeichen. 1983 erreichte sie mit Total Eclipse of the Heart Platz eins der Charts sowohl in den USA als auch in Großbritannien. Der Song, produziert von Jim Steinman, gilt bis heute als eine der meistgespielten Power-Balladen aller Zeiten und überschritt in diesem Jahr die Marke von einer Milliarde Streams auf Spotify, wie das Rolling-Stone-Magazin berichtet.
Vom Weltstar zum Comeback bei Dieter Bohlen
Nach den Achtzigern verlor Tyler in den USA an Boden, blieb im deutschsprachigen Raum aber ein fester Bestandteil des Radioprogramms. In den frühen Neunzigern gelang ihr mit Dieter Bohlen als Produzent ein Comeback, mit Songs wie Bitterblue und Fools Lullaby. 2013 vertrat sie Großbritannien beim Eurovision Song Contest in Malmö und belegte Platz 19. 2023 wurde sie von König Charles III. zum Member of the Order of the British Empire ernannt.
Für 2026 hatte Tyler eine große Europatournee angekündigt, unter anderem mit fast 20 Konzerten in Deutschland. Ihr letzter dokumentierter Auftritt in Berlin datiert vom 3. Mai 2025, im Theater am Potsdamer Platz auf der Just-Live-Tour. Danach zwang sie eine Knieoperation, später der Darmdurchbruch, zu einer Bühnenpause, die sich als endgültig herausstellen sollte.
Tyler war seit 1973 mit dem ehemaligen Judoka Robert Sullivan verheiratet. Das Paar lebte seit den späten Achtzigern überwiegend an der Algarve, wo Tyler nun gestorben ist. Reaktionen aus dem Musikbetrieb kamen am Donnerstag rasch: Cliff Richard erinnerte sich an Tylers „ansteckende Lebensfreude“, wie der ORF zitiert. In Wales würdigten Regierungsvertreter Tyler als eine der prägendsten Stimmen des Landes.