Ryan Fox hat am Sonntag die 154. Open Championship in Royal Birkdale gewonnen. Der 39-jährige Neuseeländer versenkte am letzten Loch aus rund 3,50 Metern zum Birdie und schob sich damit um einen Schlag an Cameron Young vorbei. Mit zehn unter Par ist Fox erstmals Majorsieger - und erst der dritte Neuseeländer, der die Claret Jug in die Höhe reckt, nach Bob Charles 1963 und Sir Michael Campbell (US Open 2005).

Fox schloss die vierte Runde mit einer 68er-Karte (2 unter Par). Auf den letzten sechs Löchern spielte er vier Birdies, wie Golfdigest und der Golf Channel schreiben - der Ausschlag reichte selbst nach zwei suboptimalen Bunkerschlägen im Schlussabschnitt. Cameron Young beendete die Runde mit einer 64 (6 unter) und war nach einem Bogey am 18. Loch als Führender in die Wartezone eingezogen. Sam Burns, der in Runde drei mit einer 62 die Führung übernommen hatte, gab die Spitze mit drei Bogeys auf den Löchern vier bis sechs früh her und wurde Dritter (8 unter Par). Scottie Scheffler und Tommy Fleetwood teilten sich Rang vier (7 unter).

Ich bin nicht ganz sicher, wie ich diesen Putt am 18. gemacht habe. Es ist ein Traum, der wahr wird.
- Ryan Fox, nach dem Sieg

Beim Blick auf die Trophäe wirkte Fox laut PGA-Tour-Blog fassungslos: „Ich sehe sie zum ersten Mal aus der Nähe, das ist ziemlich unglaublich.“ Am Telefon mit der Familie sagte er anschließend: „Du hast mich gebeten, eine Trophäe mitzubringen, und das tue ich, oder?“ Für den Sieg erhält der Neuseeländer nach Angaben des Golf Channel 3,2 Millionen Dollar - Teil einer Rekord-Preissumme von 17,75 Millionen Dollar, die die R&A für das Turnier ausgelobt hatte.

Vom Schnittkandidaten zum Champion

Der Weg zum Titel begann für Fox mühsam. Nach zwei mittelmäßigen Runden lag er weit hinter der Spitze, ehe eine 62 am Samstag ihn ins Rennen brachte - laut Golfdigest der größte 36-Loch-Rückstand, den je ein Sieger bei einem Männer-Major aufgeholt hat. Fox ist der Sohn des früheren All-Blacks-Rugby-Nationalspielers Grant Fox und spielt seit 2013 auf der European Tour. Auf der PGA Tour holte er im Vorjahr zwei Siege, ein Major blieb bislang aus.

Für die europäischen Zuschauer war Tommy Fleetwood der Sympathieträger des Sonntags: Der Engländer versenkte am ersten Loch einen 22-Meter-Putt zum Birdie und stand phasenweise auf Kurs, konnte am Ende aber nicht mit Fox' Endspurt mithalten. Aus deutscher Sicht bleibt Royal Birkdale eine Randnotiz - kein Deutscher hatte den Cut geschafft. Die nächste Major-Chance bietet sich erst wieder im April 2027 beim Masters in Augusta.