Der Brown-Poker zwischen dem FC Bayern und Eintracht Frankfurt ist entschieden. Wie wir bereits am 5. Juni berichteten, waren Spieler und Klub mündlich einig, Frankfurt hatte aber zunächst über 60 Millionen Euro aufgerufen. Am Sonntag haben Bayern-Sportvorstand Max Eberl und Frankfurts Sportdirektor Markus Krösche die Ablöse auf rund 55 Millionen Euro festgezurrt - die Bild-Zeitung berichtete zuerst, mehrere Nachrichtenagenturen und t-online bestätigten den Stand am Abend.
Über die Verteilung wird noch verhandelt. Frankfurt will dem Vernehmen nach 50 Millionen Euro Sockelablöse plus fünf Millionen an leistungsabhängigen Boni, in München akzeptiert man diese Struktur grundsätzlich. „Jetzt geht's nur noch um kleine Details“, hieß es nach Sport.de aus dem Umfeld der Verhandlungen. Der 22 Jahre alte Linksverteidiger soll bis 2031 unterschreiben, den Medizincheck absolviert er nach dpa-Informationen in den USA - direkt im Anschluss an Deutschlands WM-Auftaktspiel gegen Curacao am Sonntagabend in Houston.
Müllers Plazet, Browns Schweigen
Aus der DFB-Mannschaft kam am Rande des Trainingslagers in Chicago die erste prominente Einordnung. Bayerns Routinier Thomas Müller, dessen Wort in der Säbener Straße weiterhin Gewicht hat, sagte vor dem Abflug nach Houston, der Transfer ergebe sportlich Sinn: „Von den Qualitäten und vom Potenzial her auf jeden Fall.“ Die Konkurrenz in München sei „natürlich brutale Konkurrenz“, aber Brown sei „ein Spieler, der auf jeden Fall interessant ist“, zitiert ihn der Tagesspiegel.
Von den Qualitäten und vom Potenzial her auf jeden Fall.
Brown selbst bleibt öffentlich diszipliniert. „Ich konzentriere mich voll und ganz auf die WM“, wiederholte er auf Nachfragen nach seinem Wechsel, wie t-online berichtet. In Houston wird der Linksverteidiger gegen Curacao nach der Pressekonferenz von Bundestrainer Julian Nagelsmann am Samstag von Beginn an spielen - vor David Raum, der für den Sommer einen Stammplatz in München als verloren ansehen muss.
Was für Bayern auf dem Spiel steht
Mit Brown unter Vertrag rückt das nächste Dossier in der Säbener Straße auf, das wir am Morgen beleuchtet haben: PSV Eindhovens Ismael Saibari und der 18 Jahre alte Lille-Mittelfeldspieler Ayyoub Bouaddi standen bisher hinter Brown auf der Prioritätenliste. Sportlich ist die Linksverteidiger-Frage damit für mehrere Jahre beantwortet - Vincent Kompany hat den DFB-Debütanten dem Vernehmen nach im Mai persönlich vom Wechsel überzeugt. Für Frankfurt ist das Geld in dieser Höhe ein Rekord für einen Abwehrspieler. Krösche kündigte nach Sport.de-Informationen an, die Mittel zumindest teilweise in eine Nachverpflichtung auf der linken Defensivseite zu stecken; konkrete Namen kursieren noch nicht. Eberl will mit dem Geld, das Bayern nun einplanen kann, mindestens zwei weitere Zugänge bis Ende Juli unter Dach und Fach bringen.