Der FC Bayern München und Nathaniel Brown haben sich auf einen Wechsel im Sommer verständigt. Wie Sky und SPORT1 am Donnerstagabend übereinstimmend berichteten, gibt es eine mündliche Einigung über einen Vertrag bis 2031. Der 22 Jahre alte Linksverteidiger soll von Eintracht Frankfurt nach München kommen, ausschlaggebend waren laut Sky „sehr positive Gespräche“ mit Bayern-Trainer Vincent Kompany. Brown selbst befindet sich derzeit im DFB-Trainingslager in Chicago.
Auf der Pressekonferenz am Donnerstagabend in Chicago wich Brown allen Fragen nach München aus. „Also ich konzentriere mich voll und ganz auf die WM. Daher werde ich das heute nicht kommentieren“, sagte er und schob nach: „Mich beeinflusst das nicht. Es geht aktuell nur um die WM. Darum kümmere ich mich jetzt.“ Es war seine erste Stellungnahme, seit die Einigung publik wurde - acht Tage vor dem deutschen WM-Auftaktspiel am 14. Juni in Houston gegen Curaçao.
Frankfurt beharrt auf 60 Millionen Euro
Die Klub-zu-Klub-Vereinbarung steht noch aus, und sie wird teuer. Brown ist bei der Eintracht bis 2030 gebunden. Sportdirektor Markus Krösche verlangt nach Informationen der Bild zwischen 60 und 65 Millionen Euro Ablöse, Bayern will laut Sky-Reporter Florian Plettenberg rund 50 Millionen zahlen. Die Hessen hatten Brown im Januar 2024 für drei Millionen Euro vom 1. FC Nürnberg geholt; er wurde zuletzt von den Eintracht-Fans zum Spieler der Saison gewählt.
Mich beeinflusst das nicht. Es geht aktuell nur um die WM. Darum kümmere ich mich jetzt.
Bayern muss vor einem Abschluss zunächst einen seiner Linksverteidiger abgeben. Sowohl Hiroki Ito als auch Alphonso Davies stehen laut Eurosport zur Disposition, ohne deren Verkauf reicht das Budget nicht. Diese Verzögerung hält die Tür für andere Klubs offen: Arsenal, Manchester City und Real Madrid haben laut Goal.com ihr Interesse hinterlegt, Arsenal soll Brown als „ideale defensive Verstärkung“ für das System von Mikel Arteta einstufen.
Konkurrenz für Davies, Ito - und Raum bei der WM
Sportlich ist der Schritt für Brown nachvollziehbar. In Frankfurt hat er sich binnen anderthalb Jahren von einem Drei-Millionen-Transfer aus Nürnberg zum WM-Fahrer entwickelt; sein Debüt im DFB-Trikot gab er im Herbst beim 4:0 gegen Luxemburg, beim 4:0 in Mainz gegen Finnland spielte er zuletzt 90 Minuten durch und verdrängte den eigentlich gesetzten David Raum auf die Bank. Mit einer dpa-gemessenen Sprintspitze von 35,78 km/h ist er der schnellste Spieler im deutschen WM-Aufgebot.
Bundestrainer Julian Nagelsmann nutzt das Trainingslager in Chicago, um die Linksverteidiger-Frage für das Auftaktspiel zu klären. Am Samstag (20.30 Uhr MESZ, RTL) steht in Soldier Field die Generalprobe gegen Gastgeber USA an. Wer dort beginnt, dürfte zehn Tage später auch gegen Curaçao in der Startelf stehen. Browns Personalie spielt damit auf zwei Ebenen gleichzeitig - in der WM-Aufstellung und auf dem Transfermarkt.