Das Erste hat am Montagabend um 20.15 Uhr die Free-TV-Premiere von „Der Buchspazierer“ ausgestrahlt. Die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Carsten Sebastian Henn eröffnete das ARD-Sommerkino und zog laut Ankündigung der Degeto ein Publikum an, für das der Kinofilm 2024 bereits zu den zehn erfolgreichsten deutschen Produktionen des Jahres gehörte. In der ARD-Mediathek ist er bereits seit dem 14. August abrufbar.
Christoph Maria Herbst spielt den mürrischen Buchhändler Carl Kollhoff, der seine Kundschaft in einer namenlosen deutschen Kleinstadt zu Fuß mit Neuerscheinungen versorgt. Als sich die neunjährige Schascha, gespielt von der Newcomerin Yuna Bennett, ihm auf seinen Runden anschließt, gerät sein geordnetes Leben aus dem Takt. Ronald Zehrfeld verkörpert Schaschas Vater, der den Kontakt zwischen Tochter und Bücherboten schließlich untersagt.
Vier von fünf Sternen bei epd Film
Die Kritik reagiert überwiegend wohlwollend. Das Fachmagazin „epd Film“ vergibt vier von fünf Sternen und nennt den Film „märchenhaftes und emotionales Kino, getragen von Christoph Maria Herbst und Yuna Bennett“. Filmstarts bewertet die Regie-Arbeit von Ngo The Chau mit 3,5 von fünf Sternen als „Familienfilm mit Humor und Gefühl“. Der NDR ordnet den Film als „Wohlfühlfilm für Literaturfreundinnen und -freunde“ ein, in dem Figuren, Atmosphäre und die verbindende Kraft von Büchern die Handlung tragen.
Der Film lädt nicht zum schnellen Weitersehen ein, sondern lässt dich genauer hinsehen: auf Gesichter, Gesten, Buchcover, Wege.
Für Regisseur und Kameramann Ngo The Chau war „Der Buchspazierer“ 2024 das Kino-Debüt. Der 1977 in Hanoi geborene Filmemacher hatte zuvor vor allem als Kameramann für „Tatort“-Folgen und Kinoproduktionen gearbeitet. In einem Interview mit „The Spot media & film“ beschrieb er das Projekt als „bewusste Suche nach einem positiven Stoff“ nach Jahren düsterer Krimiästhetik. Herbst, seit „Stromberg“ auf zynische Rollen abonniert, spielt Kollhoff nach Beobachtung der Kritik betont zurückhaltend - eine Zurückhaltung, die der Figur ihre Wirkung gibt.
Henns Roman war seit dem Erscheinen 2020 im deutschsprachigen Raum mehr als 500.000 Mal verkauft worden und hielt sich monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Der Kinofilm zog 2024 rund 679.000 Zuschauerinnen und Zuschauer in die Säle. In der ARD-Mediathek steht „Der Buchspazierer“ nach Angaben der Degeto zunächst ein Jahr lang zum kostenlosen Abruf bereit.