Paris Saint-Germain hat sich in Budapest zum zweiten Mal in Folge die Champions League gesichert. Im Endspiel gegen den FC Arsenal stand es nach 120 Minuten 1:1, im Elfmeterschießen setzte sich der Titelverteidiger am Samstagabend in der Puskás-Aréna mit 4:3 durch. Entscheidend war ein Fehlschuss von Arsenals Innenverteidiger Gabriel Magalhães, der den fünften englischen Versuch über das Tor jagte.
Wie wir vor gut zwei Wochen in der Finalvorschau berichteten, ging Arsenal mit der besseren Ausgangslage in die Partie - Pariser Erfahrungswerte aus dem Vorjahr gegen Inter Mailand auf der einen, eine englische Liga-Saison auf höchstem Niveau auf der anderen Seite. Der Verlauf des Abends folgte dann einer anderen Logik. Schon in der sechsten Minute brachte Kai Havertz Arsenal in Führung; der deutsche Stürmer drückte den Ball nach einer Eckball-Variante ins Tor von PSG-Keeper Matwei Safonow, wie die Sportschau berichtet. Es war Havertz' zweiter Treffer in einem Champions-League-Endspiel, nachdem er bereits 2021 für den FC Chelsea getroffen hatte.
Den Ausgleich erzwang Paris in der 65. Minute. Khvicha Kvaratskhelia setzte sich nach einem Doppelpass mit Ousmane Dembélé im Strafraum durch, Cristhian Mosquera traf den Georgier von hinten. Der deutsche Schiedsrichter Daniel Siebert entschied auf Strafstoß, der Videoschiedsrichter korrigierte nicht, wie der Liveticker von t-online dokumentiert. Dembélé selbst schickte Arsenal-Torwart David Raya in die falsche Ecke. Wenig später musste der französische Nationalspieler mit Verletzung vom Platz, drei Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft in Nordamerika.
Mendes scheitert an Raya, Gabriel an sich selbst
Die Verlängerung brachte keine Tore, beide Mannschaften zogen sich auf Augenhöhe ins Elfmeterschießen. Gonçalo Ramos, Désiré Doué, Achraf Hakimi und der erst spät eingewechselte Lucas Beraldo trafen für PSG; einzig Nuno Mendes scheiterte an einem präzisen Sprung von Raya. Auf der englischen Seite verwandelten Viktor Gyökeres, Declan Rice und Gabriel Martinelli sicher. Eberechi Eze setzte den ersten Versuch links am Pfosten vorbei. Magalhães trat unter dem Druck der Entscheidung an und hob den Ball deutlich über die Latte - Paris jubelte.
Mit dem Erfolg ist Paris erst die zweite Mannschaft, die ihren Titel in der reformierten Champions-League-Ära seit 1992 verteidigen konnte. Vor PSG gelang das nur Real Madrid, das zwischen 2016 und 2018 dreimal in Folge triumphierte. Trainer Luis Enrique, der 2015 mit dem FC Barcelona bereits einmal die Königsklasse gewann, führte sein Team auf dem Weg ins Finale unter anderem an Bayern München, dem FC Liverpool und dem FC Chelsea vorbei. Das Endspiel war zudem das erste seit 2016, das in die Verlängerung ging.
Arsenal verpasst erneut den ersten europäischen Titel
Für Mikel Arteta endet die Saison ohne die ersehnte Trophäe, obwohl Arsenal die Ligaphase nach Angaben der UEFA mit 24 Punkten auf Platz eins abgeschlossen hatte. Das letzte und bislang einzige Champions-League-Endspiel der Engländer datiert aus dem Jahr 2006 in Paris, damals gegen den FC Barcelona. Pariser Fans feierten in der Nacht auf den 31. Mai im Stadtzentrum; das Team flog mit dem Pokal in die französische Hauptstadt zurück, wo am Sonntag ein Empfang am Trocadéro vorgesehen ist.