Bambasé Conté hat am Sonntagabend in Augsburg sein Debüt in der deutschen Nationalelf gegeben. Der 23-jährige Mittelfeldspieler der TSG Hoffenheim stand in Jürgen Klopps erstem Heimspiel als Bundestrainer gegen Griechenland in der Startelf, keine drei Tage nachdem er im Amsterdamer Kader gegen die Niederlande noch gefehlt hatte. Deutschland verlor 0:1, doch der Debütant beendete die erste Halbzeit laut Notenspiegel der Werra-Rundschau mit einer Passquote von 95 Prozent.

Die Berufung selbst hatte Klopp am 17. September verkündet - und danach eine Anekdote geliefert, die im DFB-Umfeld zum Selbstläufer wurde. „Als ich ihn angerufen habe, hat er erstmal zwei Minuten gelacht“, sagte der Bundestrainer bei der Kaderbekanntgabe, wie ran.joyn.de zitiert. Contés Reaktion sei „sehr überrascht“ ausgefallen, ergänzte Klopp gegenüber Bundesliga.com. Warum ausgerechnet dieser bislang unerprobte Hoffenheimer, der noch nie ein A-Länderspiel bestritten hatte? Klopp erklärte den Zugriff sportlich: „Er ist ein wunderbarer Fußballer, technisch exzellent.“ Was ihn interessiere, sei „eine Balleroberer-Mentalität, wie sie in dieser Mannschaft nicht so ausgeprägt ist“, zitiert Bundesliga.com den Bundestrainer.

Für den Nations-League-Auftakt in Amsterdam am 24. September strich Klopp den Neuling dann wieder aus dem Spieltagskader. Der Bundestrainer hatte 24 Spieler nominiert, die Uefa erlaubt nur 23 pro Partie. „Ich habe mit dem Spieler schon gesprochen. Ich kann sagen, dass der Spieler im nächsten Kader auf jeden Fall dabei sein wird“, erklärte Klopp laut web.de auf der Pressekonferenz vor dem Niederlande-Spiel. Drei Tage später stand Conté in Augsburg im Zentrum, an der Seite von Felix Nmecha, davor Kapitän Joshua Kimmich als Sechser vor der Abwehr.

Er ist ein wunderbarer Fußballer, technisch exzellent. Er weiß zwischen den Linien zu spielen. Davon haben wir nicht viele.
- Jürgen Klopp, Bundestrainer, laut Bundesliga.com

Vom Saarland über Elversberg zurück ins Zentrum

Contés Weg zur ersten deutschen Elf verlief in mehreren Zwischenstationen. Der gebürtige Saarländer wechselte 2018 in die Hoffenheimer Nachwuchsabteilung. Nach sieben Bundesliga-Einsätzen für die erste Elf in der Saison 2023/24 folgte eine Leihe zum Karlsruher SC mit 29 Pflichtspielen in Liga zwei, dann 2025/26 der Wechsel zu Aufsteiger SV Elversberg. Dort steuerte der Linksfuß nach Angaben des Kickers vier Tore und sechs Vorlagen in 25 Zweitliga-Partien zum ersten Bundesliga-Aufstieg der Saarländer bei. Im Sommer 2026 kehrte er mit Vertragsverlängerung nach Hoffenheim zurück.

In der laufenden Bundesliga-Saison steht Conté in drei der ersten vier TSG-Spiele in der Startelf, drei Vorlagen registrierte der Kicker in sechs Pflichtspielen, darunter Assists bei den Siegen gegen den 1. FC Köln und den VfB Stuttgart. In Augsburg zeigte sich Contés Stärke in Ansätzen: In der Anfangsphase forderte er die Bälle in engen Räumen, verlor kaum welche. Offensiv blieb er, wie das gesamte DFB-Team, blass - der Werra-Rundschau-Notenspiegel sprach nach Abpfiff von „drei Fünfern und wenigen Lichtblicken“. Klopp hat für die kommenden Spiele weitere Rotation angekündigt. Laut Sport1 sitzt in den Rängen bereits eine „zweite Mannschaft“, die für München gegen Serbien am Donnerstag und das Rückspiel in Thessaloniki am 4. Oktober bereitsteht. Für Conté dürfte es der Startpunkt einer längeren Bewerbung sein.