Die Schauspielerin Cordula Trantow ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Wie ihre Berliner Agentur Nicolai am Montagabend mitteilte, starb Trantow bereits am 12. August nach einer kurzen, schweren Krankheit im Kreis ihrer Familie. Die Agentur gab den Tod erst am 1. September öffentlich bekannt. Trantow, die im Dezember 1942 in Berlin geboren wurde, prägte über sechs Jahrzehnte hinweg das deutsche Theater- und Fernsehschaffen. Den internationalen Durchbruch feierte sie mit 16 Jahren in Bernhard Wickis Antikriegsfilm „Die Brücke“ von 1959.

Für ihre Rolle als Adolf Hitlers Nichte Geli Raubal in der US-Produktion „Hitler“ wurde Trantow 1962 für einen Golden Globe nominiert. Weitere Hollywood-Angebote lehnte sie ab. „Das hat mir absolut nichts bedeutet“, wird sie in mehreren Nachrufen zitiert, unter anderem im Mindener Tageblatt. Stattdessen kehrte sie ans deutschsprachige Theater zurück und stand jahrzehntelang auf den Bühnen der Münchner Kammerspiele, des Bayerischen Staatsschauspiels und des Württembergischen Staatstheaters Stuttgart. Ausgebildet war sie ursprünglich als Balletttänzerin.

Der Film „Die Brücke“ hat ihr alle Türen geöffnet und war ein Geschenk.
- Agentur Nicolai, Erklärung vom 1. September 2026

Vom Kinodurchbruch zum Fernsehstar

Nach ihrer Kinokarriere wurde Trantow einem breiten Publikum durch die deutschen Krimiserien „Derrick“ und „Der Alte“ vertraut, dazu kamen Auftritte in „Tatort“ und „Bella Block“. Auch als Synchronsprecherin arbeitete sie, unter anderem lieh sie der US-Schauspielerin Ali MacGraw ihre Stimme. In den 1990er Jahren wandte sie sich verstärkt der Regie zu und gründete den Weilheimer Theatersommer, ein Festival in Oberbayern, das bis heute besteht. Ihr Vater war der Filmkomponist Herbert Trantow, ihr Ehemann der Theaterregisseur Rudolf Noelte, in dessen 1968 entstandener Kafka-Adaption „Das Schloß“ sie mitwirkte.

Trantow verstand ihren Rückzug aus Hollywood zeitlebens nicht als Verlust. Die Badische Zeitung erinnert an ihre Selbstauskunft, sie sei ihrer inneren Kompassnadel gefolgt, die sie zum Theater zurückzog. Der T-Online-Nachruf hebt hervor, dass Trantow bis zuletzt als „Schwarm der Jugend“ vieler Zuschauer galt, darunter Altkanzler Gerhard Schröder. Die Beisetzung wird nach Angaben der Agentur im engsten Familienkreis stattfinden.