Crystal Palace hat in Leipzig den ersten Europapokal seiner Vereinsgeschichte gewonnen. In der Red Bull Arena setzte sich der englische FA-Cup-Sieger am Mittwochabend im Finale der UEFA Conference League mit 1:0 gegen Rayo Vallecano durch. Vor 39.176 Zuschauern erzielte der frühere Mainzer Stürmer Jean-Philippe Mateta in der 51. Minute den entscheidenden Treffer, nachdem Adam Wharton aus rund 20 Metern abgezogen und Rayo-Torwart Augusto Batalla den Schuss nur nach vorn abgewehrt hatte.

Es war der dritte Titel für Trainer Oliver Glasner in nur zwölf Monaten und zugleich sein letztes Spiel auf der Palace-Bank. Der Österreicher hatte bereits im Januar angekündigt, den Klub im Sommer zu verlassen. Vier Jahre nach dem Europa-League-Triumph mit Eintracht Frankfurt 2022 stand der 51-Jährige damit erneut als Europapokalsieger auf einem deutschen Rasen. Nach FA Cup und Community Shield ist die Conference League der dritte Pokal in einer Saison - jeder davon der erste seiner Art in der Palace-Historie.

Ich sehe mich als Diener der Spieler, als Diener des Vereins und dann als jemanden, der die Richtung vorgibt.
- Oliver Glasner, Trainer Crystal Palace, Sport1

Mateta sticht, Rayo bleibt harmlos

Das Spiel war über weite Strecken eng. Rayo Vallecano, in der abgelaufenen La-Liga-Saison Achter und vor wenigen Tagen mit einem 2:1 in Alavés in die Sommerpause gestartet, hatte mehr Ballbesitz, fand gegen die kompakte Palace-Defensive aber nur selten Lücken. Tyrick Mitchell vergab kurz vor der Pause eine Großchance per Kopf, ehe Wharton nach 51 Minuten den Pfosten der Madrilenen suchte und Mateta auf den Abpraller reagierte. Yeremy Pino traf für Rayo später beide Pfosten mit einem Freistoß, Dean Henderson im Tor von Palace blieb ansonsten weitgehend unbeschäftigt. Der frühere Bundesligaprofi hielt seinen Kasten sauber.

Wharton, dessen Schuss das Tor vorbereitete, würdigte den scheidenden Trainer nach dem Spiel. „Was er in zweieinhalb Jahren bewirkt hat, ist unglaublich. Drei Titel für Palace“, sagte der englische Nationalspieler laut Sport1. Glasner selbst, von der Plattform nach seiner Rolle gefragt, blieb beim gewohnten Ton: „Ich sehe mich als Teil der Gruppe. Als Trainer kann man nichts alleine schaffen.“ Auf die Frage, ob er noch einmal über einen Verbleib nachdenken werde, antwortete er nur: „Nein.“

Wohin Glasner geht, ist offen

Wo der Österreicher seine Karriere fortsetzt, ließ Glasner nach dem Spiel offen. Die Sportschau berichtete von Interessenten in Italien und England. Für Palace ist die Conference League auch sportlich relevant: Der Klub spielt 2026/27 in der Europa League und holt damit nach, was ihm nach dem FA-Cup-Sieg im Vorjahr noch nicht vergönnt war. Die Rückreise Glasners aus Leipzig dürfte unterdessen die letzte als Crystal-Palace-Trainer gewesen sein. Die Bilanz seiner zweieinhalb Jahre liegt mit drei Pokalen und dem ersten Europapokal in der Vereinshistorie höher als alles, was Palace in 121 Jahren zuvor erreicht hatte.