Die amerikanische Schauspielerin Daveigh Chase ist tot. Wie ihr Lebensgefährte Roy Hernandez gegenüber dem Promiportal TMZ bestätigte, starb die 35-Jährige am Dienstag im Los Angeles General Medical Center an den Folgen einer bakteriellen Meningitis und einer septischen Blutinfektion. Chase war Anfang Juni mit schwerer Mangelernährung in das Krankenhaus eingeliefert worden, bevor Hirnhautentzündung und Multiorganversagen folgten.

Vor ihrem Klinikaufenthalt hatte Chase nach Familienangaben monatelang ohne festen Wohnsitz im Stadtteil Skid Row in Downtown Los Angeles gelebt. Ihr Vater John Schwallier bestätigte der „New York Times“, seine Tochter sei dort mit Hernandez gemeinsam obdachlos gewesen und habe seit ihrem 13. Lebensjahr mit einer Suchtproblematik gekämpft.

Ihr Manager John Ryan und ihre Stiefschwester Gaia Brown hatten in den vergangenen Monaten eigens einen Privatdetektiv engagiert, um die Schauspielerin auf den Straßen von Skid Row aufzuspüren. Wie das Schweizer Portal „20 Minuten“ berichtet, lief auch dieser Versuch ins Leere. Ryan arbeitet seit Längerem an einer Dokumentation mit dem Arbeitstitel „Findet Lilo“, die den Suchprozess festhalten sollte.

Als er im Viertel Skid Row ankam, war sie bereits 'verschwunden'.
- John Ryan, Manager, gegenüber 20 Minuten

Vom Kinderstar zur Hollywood-Ikone

Chase, geboren 1990 in Las Vegas, hatte ihren ersten Fernsehauftritt mit acht Jahren in der Serie „Sabrina - Total verhext“. 2001 folgte die Rolle der Samantha Darko, kleinen Schwester von Jake Gyllenhaals Titelfigur in „Donnie Darko“. Im selben Jahr lieh sie für die englische Synchronfassung von Hayao Miyazakis Oscar-prämiertem Animationsfilm „Chihiros Reise ins Zauberland“ der Hauptfigur ihre Stimme.

Im Sommer 2002 folgten zwei Rollen, die ihre Karriere prägten: Im Disney-Hit „Lilo & Stitch“ sprach sie die hawaiianische Außenseiterin Lilo Pelekai und gewann den Annie Award für die beste Stimme in einer animierten Hauptrolle. Wenige Monate später spielte sie als Samara Morgan im Horror-Remake „The Ring“ eine der bekanntesten Schreckensfiguren der 2000er-Jahre und wurde dafür mit dem MTV Movie Award als beste Filmschurkin ausgezeichnet. Es folgte eine wiederkehrende Rolle als Rhonda Volmer in der HBO-Serie „Big Love“ zwischen 2006 und 2011.

Ab Mitte der 2010er-Jahre zog sich Chase weitgehend aus dem Filmgeschäft zurück. Ihr letzter Eintrag in der Filmdatenbank IMDb datiert auf das Jahr 2016. Wie das US-Branchenblatt „Variety“ berichtet, bemühte sich ihre Familie in den vergangenen Jahren mehrfach um eine Stabilisierung; öffentlich sichtbar wurde sie zuletzt vor allem durch Polizeimeldungen, darunter eine Anklage wegen Drogenbesitzes.

Spendenkampagne noch vor dem Tod

Hernandez hatte kurz vor Chases Tod eine GoFundMe-Kampagne gestartet, mit der das Paar laut eigener Beschreibung einen „sicheren Ort zum gemeinsamen Leben“ finden wollte. In einer Mitteilung beschrieb der Lebensgefährte seine Partnerin als „Licht in meinem Leben“. Eine offizielle Mitteilung des zuständigen Coroners zur Todesursache stand am Donnerstag noch aus; die bislang bekannten medizinischen Angaben stammen aus dem persönlichen Umfeld.

Chase hinterlässt einen ungewöhnlich kurzen, aber kulturell weit ausgreifenden Werkkanon: zwei animierte Filme, deren Heldinnen Generationen geprägt haben, und eine Schreckensgestalt, die den US-amerikanischen Horror der 2000er-Jahre mitdefinierte. Walt Disney, Studio Ghibli und Paramount hatten sich bis Redaktionsschluss nicht zum Tod der Schauspielerin geäußert.