Der britische Maler David Hockney ist tot. Hockney starb am Donnerstag friedlich in seinem Londoner Zuhause im Alter von 88 Jahren, wie seine Sprecherin Erica Bolton am Freitag mitteilte. Eine Todesursache nannte sie nicht. Hockney wäre am 9. Juli 89 Jahre alt geworden.
„Eine der wichtigsten Figuren der Gegenwartskunst des 20. und 21. Jahrhunderts“, würdigte ihn Bolton in einer Erklärung, die von mehreren britischen Medien zitiert wird. Sein Vermächtnis spiegele „seine grundlegende Liebe zum Leben, seinen herausragenden Humor, seine immense Großzügigkeit und seine fragende Neugier“ wider. Der Guardian nannte Hockney in seinem Nachruf den „Matisse der Pop Art“.
Er hat die schlichte Perfektion der Beatles - so wie sie den Klang der modernen Welt eingefangen haben, hat er ihr Aussehen eingefangen.
Hockney wurde 1937 im nordenglischen Bradford als viertes von fünf Kindern in einer Arbeiterfamilie geboren. Nach dem Studium am Royal College of Art in London, wo er 1962 die Goldmedaille gewann, zog er 1964 nach Los Angeles. Die kalifornischen Bungalows, Swimmingpools und das gleißende Licht prägten ab da seine Bildwelt: „A Bigger Splash“ von 1967 ebenso wie das Doppelporträt „Portrait of an Artist (Pool with Two Figures)“ von 1972, das 2018 bei Christie's in New York für 90,3 Millionen Dollar versteigert wurde - damals ein Weltrekord für einen lebenden Künstler.
Vom Pinsel auf das iPad
Hockney experimentierte bis zuletzt mit neuen Medien. Schon 2007 begann er, mit iPhone und iPad zu zeichnen, später folgten Hunderte digitale Arbeiten. 2018 kaufte er mit seinem Lebensgefährten Jean-Pierre Gonçalves de Lima ein Bauernhaus in der Normandie, wo Hockney die Landschaftsmalerei wieder aufnahm. Die Fondation Louis Vuitton in Paris zeigte 2025 in einer großen Werkschau mehr als 400 Arbeiten aus sieben Jahrzehnten - von frühen Tuschezeichnungen bis zu immersiven Videoinstallationen. Wie das Magazin Monopol berichtet, malte Hockney bis kurz vor seinem Tod.
Aus seiner Homosexualität machte Hockney auch dann keinen Hehl, als sie in Großbritannien noch strafbar war. Eine Ritterwürde lehnte er 1990 ab, das Order of Merit nahm er hingegen an - er verstand die Auszeichnung als persönliches Geschenk von Königin Elizabeth II. Eine große Retrospektive im Tate Modern, die zu Hockneys 90. Geburtstag 2027 geplant war, wird nun zur posthumen Schau. Die Familie kündigte keine öffentliche Trauerfeier an.