Die deutschen Basketballer treffen am Freitagabend in Riga auf Israel. Anpfiff der WM-Qualifikationspartie ist um 19 Uhr, MagentaSport überträgt live. Weil die Sicherheitslage im Nahen Osten offene Fragen aufwirft, hat der israelische Verband die Partie in die lettische Hauptstadt verlegt - in genau die Arena, in der Dennis Schröder und Co. vor einem Jahr den EM-Titel gewonnen hatten.

Bundestrainer Alex Mumbru kann für das dritte Qualifikationsfenster erneut auf seinen Kapitän zählen. „Sein Engagement für Deutschland ist einfach unglaublich“, sagte der Spanier laut Sportschau über Schröder, der wie in jedem Sommer der vergangenen Jahre in die Vorbereitung eingestiegen ist. Anders als die Wagner-Brüder oder andere NBA-Profis unterbricht der Point Guard der Cleveland Cavaliers seine Sommerpause für den DBB.

Qualifikation hin oder her - das sollte man ehren. Man sollte den deutschen Adler gut repräsentieren.
- Dennis Schröder, Pressekonferenz in Berlin

Zweiter Platz gesichert, Prestige offen

Sportlich geht es für Deutschland um weniger als früher: Der Weltmeister von 2023 hat mit drei Siegen und einer Niederlage die zweite Qualifikationsphase für die WM 2027 in Katar bereits sicher, ebenso das ungeschlagene Kroatien und Israel selbst. Das Hinspiel im Februar in Ludwigsburg hatte die Mannschaft klar mit 89:69 gewonnen. Für Mumbru geht es in den beiden verbleibenden Spielen gegen Israel und am Montag in Bamberg gegen Zypern deshalb vor allem darum, sein Konzept zu justieren und jüngeren Profis Einsatzzeit zu geben.

Israel liegt mit 2:2 Siegen in Gruppe E auf Rang drei. Wichtigster Werfer ist Khadeen Carrington mit im Schnitt 11,5 Punkten pro Spiel, unterstützt von Idan Zalmanson und dem erfahrenen Center Roman Sorkin. Ohne einige NBA- und EuroLeague-Profis wie Deni Avdija reist der Kader angeschlagen an.

Emotionale Kulisse

Für Schröder ist die Rückkehr in die Xiaomi Arena mehr als eine Dienstreise. „Riga war cool. Meine ganze Familie war da“, sagte er nach seiner Nominierung, „dass wir dort Europameister geworden sind, ist riesig.“ Die Halle war im September 2025 zur Kulisse geworden, als Deutschland Finnland im Halbfinale und Serbien im Endspiel schlug.

Vor der Abreise strich Mumbru die Nachwuchsspieler Mahir Agva und Joel Aminu aus dem Aufgebot, 13 Profis stehen zur Verfügung. Neben Schröder sind unter anderem Johannes Thiemann und Oscar da Silva Teil der Reisegruppe. „Wir wollen besser werden und die Anerkennung bei jedem Turnier haben“, sagte Schröder mit Blick auf das Katar-Jahr. Für Mumbru, der Gordon Herbert im vergangenen Sommer beerbt hat, ist die WM-Quali auch eine Zwischenprüfung: In der zweiten Phase warten von November an schwerere Gegner.