Eberhard Vogel ist tot. Der Rekordspieler der DDR-Oberliga starb am Dienstag im Alter von 83 Jahren nach langer, schwerer Krankheit, wie seine Familie mitteilte. Der FC Carl Zeiss Jena, für den Vogel 335 Pflichtspiele bestritt und drei Mal den FDGB-Pokal gewann, machte die Nachricht am Mittwoch öffentlich.

„Wir verlieren damit einen Menschen, dessen Wirken untrennbar mit unserem FC Carl Zeiss Jena und seiner größten und erfolgreichsten Zeit verbunden ist“, heißt es in der Erklärung des Vereins auf seiner Website. Auch der Chemnitzer FC, aus dem der von Vogel geprägte FC Karl-Marx-Stadt hervorging, veröffentlichte einen Nachruf. „Wir trauern um einen großen Fußballer und vor allem einen besonderen Menschen“, sagte Vorstandsvorsitzender Helmut Brunhuber. „Dass wir ein weiteres Mitglied unserer Meisterelf von 1967 verlieren, macht uns alle sehr traurig.“

Vogel hält mit 440 Einsätzen den ewigen Rekord in der höchsten Spielklasse des DDR-Fußballs. 188 Tore stehen in seiner Bilanz, mehr erzielte in der Oberliga nur Joachim Streich. 1967 wurde er mit Karl-Marx-Stadt DDR-Meister, in Jena folgten die Pokalsiege 1972, 1974 und 1980. 1981 stand er mit dem FCC im Finale des Europapokals der Pokalsieger gegen Dinamo Tiflis - mit 38 Jahren, wie die Sportschau in ihrem Nachruf hervorhebt.

Er war ein begnadeter Stürmer, der in jeder Weltklasse-Mannschaft gespielt hätte.
- Hans Meyer, ehemaliger Mitspieler und Trainer

Für die DDR-Auswahl kam Vogel auf 74 A-Länderspiele mit 25 Toren, dazu Einsätze in der Olympia- und Nachwuchsauswahl. Bei den Sommerspielen 1964 in Tokio und 1972 in München gewann er jeweils Bronze, 1974 nahm er an der Weltmeisterschaft in der Bundesrepublik teil. 1969 wurde er zum DDR-Fußballer des Jahres gewählt.

Ein Wechsel in den Westen blieb ihm verwehrt, ein Angebot aus Brasilien lehnte er selbst ab. In den siebziger Jahren bot der FC Santos, Pelés Klub, laut Berliner Kurier zwei Millionen D-Mark für den Linksaußen. Vogel lehnte ab: „Ich war meiner Heimat sehr verbunden und wollte meine Eltern und Freunde nicht verlassen.“ Der Übergang in den Westen kam erst nach der Wende - als Trainer. Vogel arbeitete unter anderem bei Hannover 96 und führte den FC Carl Zeiss Jena 1995 zurück in die 2. Bundesliga.

Der Pokalcoup mit Magdeburg

Legendär ist bis heute Vogels Zeit beim 1. FC Magdeburg, den er von Juli 2000 bis Oktober 2001 als Cheftrainer betreute. In der Pokalsaison 2000/01 warf der damalige Regionalligist den FC Bayern München aus dem Wettbewerb und marschierte bis ins Viertelfinale. „Ein außergewöhnlicher Sportsmann, dessen Name untrennbar mit Leidenschaft, fachlichem Können und unermüdlichem Einsatz verbunden bleibt“, würdigte der FCM den Trainer in seiner Mitteilung. Als Nachwuchscoach der DDR hatte Vogel bereits 1986 die U-18-Europameisterschaft gewonnen.

Der FC Carl Zeiss Jena hatte Vogel 2018 mit dem Goldenen Fußball-Award geehrt und ihm im Dezember 2022 die Ehrenmitgliedschaft verliehen. „Wir denken an seine Familie und seine Freunde und verneigen uns in Respekt vor dem Lebenswerk dieses einzigartigen Fußballers und Menschen, der unvergessen bleiben wird“, schreibt der Klub. Angaben zur Trauerfeier gibt es bislang nicht.