Das Erste hat am Donnerstagabend mit „Doppelmord“ den ersten von drei neuen „Usedom-Krimi“-Filmen in diesem Herbst gezeigt - und die Zuschauer kamen in Scharen. 5,39 Millionen schalteten laut Branchendienst digitalfernsehen ab 20.15 Uhr ein, der Marktanteil lag bei 25,9 Prozent. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen erreichte die 28. Episode der Reihe 6,7 Prozent. Damit lag das Erste zur Primetime vor allen anderen Sendern.
Im Zentrum steht erneut die ehemalige Staatsanwältin Karin Lossow, gespielt von Katrin Sass. In der von Natalie Zoghbi geschriebenen und von Joana Vogdt inszenierten Episode taucht Lossows frühere Zellengenossin Anja Wiesznewski (Steffi Kühnert) ausgerechnet an dem Tag auf, an dem die Leiche ihres verschwundenen Ehemannes gefunden wird. Wiesznewski war für dessen Mord bereits verurteilt und saß ihre Strafe ab - der Mann ist aber nachweislich erst Jahre später gestorben. Die Ermittler Ellen Norgaard (Rikke Lylloff) und Rainer Witt (Till Firit) stoßen auf einen hochverschuldeten Spielsüchtigen und mehrere mögliche Täter.
Die Kritiken fallen gemischt aus. Auf tittelbach.tv lobt Tilmann P. Gangloff Buch, Regie und Spiel: Die Bildgestaltung sei „vorzüglich“, Sass und Kühnert ließen den Film „aus dem TV-Alltag herausragen“. Deutlich kühler urteilt Oliver Armknecht auf film-rezensionen.de und vergibt vier von zehn Punkten. Die Hauptfigur Lossow verhalte sich „selbstgerecht und unprofessionell“, die Geschichte verzettele sich auf Nebenschauplätzen, die Auflösung wirke willkürlich.
Als wir 2014 den ersten Film drehten, wäre es mir im Traum nicht eingefallen, dass wir 2026 dieses Jubiläum würden feiern können.
Drei Filme zum Jubiläum
„Doppelmord“ ist der Auftakt zu einem Dreierpaket, mit dem ARD Degeto und NDR das zwölfjährige Bestehen der Reihe markieren. Am 29. Oktober folgt „Mörder unter uns“, am 5. November „Wunschkind“ - letzterer Film ist zugleich der 30. Einsatz von Katrin Sass als Karin Lossow. Alle drei Produktionen stehen seit dem 19. Oktober in der ARD-Mediathek, wie viply.de dokumentiert. Gedreht wurden sie zwischen September und Oktober 2025 auf Usedom und in Berlin.
Für Vogdt ist es die erste Regiearbeit in der Reihe, die seit 2014 regelmäßig die Fünf-Millionen-Marke knackt und zu den quotenstabilsten Krimiformaten im deutschen Fernsehen zählt. Die Hauptrolle der Ex-Staatsanwältin, die mal mit, mal gegen die Kieler Mordkommission ermittelt, hat sich zur Signaturfigur der heute 69-jährigen Sass entwickelt. Dass die Reihe trotz 28 Filmen weiterhin Prime-Time-Spitzenwerte liefert, dürfte in Mainz und Köln aufmerksam registriert werden - bei einem Publikum, das die ARD andernorts an Streaming-Angebote verliert.