Deutschlands Handelsbilanz mit China rutscht weiter ins Minus. Das Statistische Bundesamt meldete am Montag, dass die Importe aus der Volksrepublik im Zeitraum Januar bis Mai 2026 auf 72,4 Milliarden Euro gestiegen sind - ein Plus von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig sackten die deutschen Ausfuhren nach China um 14,5 Prozent auf 29,6 Milliarden Euro ab. Der Importüberschuss in den ersten fünf Monaten summiert sich damit auf 42,8 Milliarden Euro, nach 33,5 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum 2025.

China bleibt damit importseitig der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Auf den drei Spitzenplätzen der eingeführten Warengruppen stehen laut Destatis Datenverarbeitungsgeräte und elektrische Erzeugnisse mit 20,2 Milliarden Euro, elektrische Ausrüstungen mit 14,3 Milliarden Euro sowie Maschinen mit 6,4 Milliarden Euro. Die Abhängigkeit ist bei einzelnen Produktgruppen extrem: 81,8 Prozent der nach Deutschland eingeführten tragbaren Computer, 66,3 Prozent der Smartphones, 64,1 Prozent der Lithium-Ionen-Akkumulatoren und 86,1 Prozent der Photovoltaikmodule stammen aus der Volksrepublik.

Autoexporte brechen zweistellig ein

Auf der Exportseite fällt vor allem der Einbruch bei den deutschen Vorzeigebranchen ins Gewicht. Die Ausfuhren von Kraftwagen und Kraftwagenteilen nach China gingen laut Statistischem Bundesamt in den ersten fünf Monaten 2026 um 26,1 Prozent zurück, Maschinen um 17,5 Prozent. „Made in Germany“ sei bei den chinesischen Käufern schlicht weniger gefragt, kommentierte die Wirtschaftswoche den Rückgang. Bereits das Gesamtjahr 2025 hatte einen Rekordfehlbetrag von 89,9 Milliarden Euro gebracht, der laut Institut der deutschen Wirtschaft „so hoch wie noch nie“ ausfiel.

Viele Alltagsprodukte, aber auch Waren für die Energiewende kommen zunehmend überwiegend aus China.
- Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 20. Juli 2026

Der Trend läuft damit weiter gegen die politische Programmatik: Bundesregierung wie EU-Kommission reden seit Jahren von De-Risking und einer Diversifizierung der Lieferketten. In der Statistik zeichnet sich davon bislang wenig ab. Nach Berechnungen von Germany Trade & Invest lag Chinas Anteil an den gesamten deutschen Einfuhren zuletzt bei über zwölf Prozent, während der Absatz auf dem chinesischen Markt in nahezu allen wichtigen deutschen Exportbranchen schrumpft.

Für die deutsche Autoindustrie ist das besonders schmerzhaft. Wie der Spiegel und die Wirtschaftswoche in den vergangenen Wochen berichteten, verlieren VW, BMW und Mercedes-Benz in China Marktanteile an heimische Hersteller wie BYD, Nio und Xpeng, die vor allem im Elektrosegment auf ein breiteres und günstigeres Modellangebot zurückgreifen können. Ein baldiges Ende der Talfahrt zeichnet sich in den Zahlen nicht ab.