4:0 hat Deutschland am Sonntagabend in Mainz gegen Finnland gewonnen, und doch handelte das letzte Heim-Länderspiel vor der WM 2026 vor allem von einem: Deniz Undav. Der Stuttgarter erzielte zwei Treffer, legte einen weiteren auf und musste in der 61. Minute angeschlagen vom Platz - mit einem Verletzungsschreck, den der Stürmer und Bundestrainer Julian Nagelsmann nach dem Spiel umgehend kleinredeten. Wie wir am Samstag berichteten, war die Partie in der ausverkauften Mewa Arena Nagelsmanns letzte Generalprobe vor dem Abflug in die USA.
Undavs erstes Tor fiel in der 34. Minute, das zweite in der 57. Minute. Dazwischen hatte er in der 48. Minute Florian Wirtz mit einem klugen Zuspiel den dritten Treffer aufgelegt, wie t-online aus der Mewa Arena berichtet. Sein zweiter Treffer war es, der den Schreckmoment auslöste: Beim Abschluss kollidierte Undav mit dem finnischen Verteidiger Ryan Mahuta, ging zu Boden und signalisierte wenig später ein Problem im rechten hinteren Oberschenkel. Nach Behandlung wurde er in der 61. Minute durch Maximilian Beier ersetzt.
Mir geht es gut. Ich denke nicht, dass es etwas Ernsthaftes ist, denn ich kenne meinen Körper.
Vor den Mikrofonen wirkte der Angreifer schnell entspannt. „Ein bisschen Schmerzen, aber nichts Wildes, alles entspannt“, sagte Undav nach Angaben von Sport1 ins ZDF-Mikrofon und beschrieb die Lage seiner Beschwerde mit einer lakonischen Pointe: „Es sind die unteren Arschbacken.“ Gegenüber Sport1 ergänzte er: „Ich habe ein bisschen Schmerzen, nichts Wildes. Ein paar Tage Behandlung, dann ist wieder gut.“ Den Flug in die USA wolle er, gab er an, weitgehend liegend verbringen.
Nagelsmann sieht keinen Grund zur Sorge
Auch der Bundestrainer wirkte nach dem Schlusspfiff gelassen. „Wir wollten ihn heute so lange drauflassen, wie es geht. Aber ich glaube, da ist nichts passiert“, sagte Nagelsmann nach Angaben von Sport1 im ZDF. Mit dem Mannschaftsarzt habe er noch nicht gesprochen, in der Kabine sei Undav aber „bester Dinge“ gewesen. Vor dem WM-Auftakt der DFB-Elf gegen Curaçao sei beim Stuttgarter ohnehin Belastungssteuerung Thema. Undav hatte zuvor eine durchgespielte Bundesliga-Saison hinter sich, in der er bei jedem VfB-Pflichtspiel auf dem Platz stand.
Damit reist die Nationalmannschaft mit einem positiven Eindruck aus Mainz in die USA. Wirtz traf, Jamal Musiala bekam erstmals seit dem 23. März 2025 wieder Länderspielminuten, Lennart Karl absolvierte mit 18 Jahren sein Startelf-Debüt. Vorne lieferte der Stürmer, den Nagelsmann seit Monaten als gesetzte Größe behandelt, in 61 Minuten zwei Tore plus Vorlage. Bleibt einzig die Restunsicherheit um Undavs Oberschenkel. Trainiert er in den kommenden Tagen voll mit, wäre dieser letzte Heim-Auftritt vor der WM eine vorbehaltlose Erfolgsmeldung gewesen.