Jürgen Klopps erstes Heimspiel als Bundestrainer endet mit einer Enttäuschung, die am Sonntagabend niemand in der ausverkauften WWK-Arena eingeplant hatte. Deutschland verliert gegen Griechenland 0:1, Dimitrios Kourbelis erzielt in der 74. Minute den Treffer des Abends, sein abgefälschter Schuss wird von Kapitän Joshua Kimmich unhaltbar für Alexander Nübel ins eigene Tor gelenkt. Vor 28.945 Zuschauern in Augsburg kassiert die DFB-Elf ihre erste Niederlage gegen Griechenland überhaupt und rutscht in der Nations-League-Gruppe 2 auf Platz drei ab - fünf Punkte hinter dem neuen Gruppenführer aus Athen.

Wie wir am Freitag berichteten, hatte Klopp seine Vorbereitung noch kurzfristig umgestellt und war mit einer Uefa-Sondergenehmigung erst am Spieltag aus Herzogenaurach angereist, um die Regeneration nach dem 1:1 in Amsterdam zu maximieren. Auf dem Rasen zeigte sich das Konzept dann brüchig. Fünf Änderungen gegenüber der Startelf gegen die Niederlande, vier Debütanten - darunter Torhüter Nübel, Innenverteidiger Yann Aurel Bisseck und Mittelfeldspieler Bambasé Conté - und die kurzfristig eingerückten Rückkehrer Florian Wirtz und Jonathan Burkardt für die verletzten Jamal Musiala und Kai Havertz: Die neue Elf fand offensiv kaum Zugriff auf einen tief stehenden Gegner.

Deutschland dominierte den Ball, die klaren Chancen aber blieben rar. Karim Adeyemi kam in der 27. und 32. Minute zu Abschlüssen, Kimmich zielte mit einem Freistoß in der 53. Minute drüber, Nathaniel Brown scheiterte in der 51. Minute. Kostas Tzolakis im griechischen Tor musste selten in höchster Not eingreifen. Nach der Pause verlor die DFB-Elf zusehends die Ordnung. Fotis Ioannidis vergab in der 67. Minute freistehend, sieben Minuten später schlug Kourbelis zu. Selbst die Einwechslungen von Wirtz und Burkardt nach 65 Minuten und später Serge Gnabry brachten keinen Ausgleich mehr.

Das war kein leichtes Spiel. Ehrlich gesagt, haben wir einfach nicht gut genug gespielt.
- Jonathan Tah, gegenüber der Rhein-Zeitung nach dem Spiel

Nübel-Wechsel, Debütanten - und ein Muster ohne Wert

Klopp hatte am Samstag in Herzogenaurach angekündigt, Nübel für Marc-André ter Stegen ins Tor zu stellen, ohne den etatmäßigen Nummer eins abzuwerten. „Ich bin überhaupt nicht kritisch, sondern sehr zufrieden mit seiner Leistung“, sagte Klopp laut Sportschau über ter Stegen, „aber Nübel hat sich die Chance verdient.“ Der Beşiktaş-Torhüter bestand seinen vierten Länderspieleinsatz weitgehend fehlerfrei, war beim Gegentor machtlos. Bisseck kassierte früh Gelb, spielte in den Zweikämpfen aber körperlich präsent. Conté zeigte in der ersten Halbzeit laut Notenverteilung der Werra-Rundschau eine Passquote von 95 Prozent, blieb offensiv aber blass. Die Werra-Rundschau vergab „drei Fünfer und wenige Lichtblicke“, was die Stimmung im Boulevard treffend zusammenfasste.

Sportlich bleibt der DFB nach zwei Spieltagen mit einem Punkt Gruppendritter. Griechenland führt nach dem 2:1 in Serbien und dem 1:0 in Augsburg mit sechs Zählern souverän. Am Donnerstag geht es in München gegen Serbien weiter, am 4. Oktober folgt das Rückspiel in Thessaloniki. Die Sportschau kommentierte, „selbst Jürgen Klopp ist kein Wunderheiler“ - eine Zeile, die den Neustart nach dem Ende der Ära Nagelsmann in ein anderes Licht rückt. Der Kurs in Richtung WM 2026, für die Deutschland als Gastgeber-Vertreter Europas auftritt, wird über den Winter neu justiert werden müssen.