Jürgen Klopp geht mit einer Ausnahmegenehmigung in sein Heim-Debüt als Bundestrainer. Statt wie ursprünglich geplant am Samstag nach Augsburg zu reisen und dort zu übernachten, bleibt das DFB-Team am Vorabend des Griechenland-Spiels im fränkischen Basisquartier Herzogenaurach. Die Uefa hat die Verlegung genehmigt, wie der Deutsche Fußball-Bund am Freitagabend mitteilte. Klopp und seine Spieler treten die rund 200 Kilometer nach Bayerisch-Schwaben erst am Sonntag an, dem Spieltag.

Grund für den Kurswechsel sei „eine erhoffte bessere Regeneration“, teilte der Verband nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Mannschaft war am Freitagnachmittag aus Amsterdam zurückgekehrt, wo Klopp am Donnerstagabend zum 1:1 gegen die Niederlande sein Amtsdebüt gegeben hatte. Nach der Rückkehr wurden zudem die Muskelverletzungen von Jamal Musiala und Kai Havertz bestätigt: Musiala hatte sich vor dem Anpfiff in Amsterdam einen Muskelfaserriss zugezogen, Havertz musste in der ersten Halbzeit mit einer Muskelzerrung ausgewechselt werden. Beide reisten am Freitag zu ihren Klubs zurück.

Auch die obligatorische Pressekonferenz vor dem Spiel findet an ungewohntem Ort statt. Klopp und Abwehrchef Jonathan Tah beantworten die Fragen am Samstag um 14 Uhr in Herzogenaurach, nicht wie sonst üblich im Stadion. Zuvor läuft um 11 Uhr am Homeground das Abschlusstraining. Für die Zuschauer in der ausverkauften WWK-Arena ändert sich am Sonntagabend nichts: Anpfiff bleibt 20.45 Uhr, die ARD überträgt ab 20.15 Uhr.

Sportlich muss Klopp den Angriff neu ordnen. Für Musiala und Havertz hat er Florian Wirtz vom FC Liverpool und Jonathan Burkardt von Eintracht Frankfurt aus dem zweiten Aufgebot vorgezogen; beide waren ursprünglich erst für die Partien gegen Serbien am 1. Oktober in München und in Thessaloniki am 4. Oktober eingeplant. Burkardt hatte am vergangenen Wochenende beim 2:2 der Frankfurter gegen Freiburg getroffen. Gegen die Niederlande hatte der Frankfurter Youngster Younes Ebnoutalib sein Länderspieldebüt gegeben, nachdem Amiri für den angeschlagenen Musiala in die Startelf gerückt war.

Griechenland kommt als Gruppenführer

Griechenland reist selbstbewusst nach Augsburg. Das Team von Trainer Ivan Jovanovic gewann sein Auftaktspiel in Serbien mit 2:1 und führt die Nations-League-Gruppe damit vorerst an. Jovanovic kann in der Offensive aus fünf Angreifern wählen, die in Belgrad alle zum Einsatz kamen, wie die Sportschau berichtet. Nach der Prognose des Portals fussballnationalmannschaft.net dürfte Griechenland mit Torhüter Konstantinos Tzolakis, einer Viererkette um Kapitän Konstantinos Mavropanos und Vangelis Pavlidis als Sturmspitze auflaufen.

Beim DFB deuten die Aufstellungsprognosen von SPOX und fussballnationalmannschaft.net darauf hin, dass Klopp an seiner Grundordnung festhält: Marc-André ter Stegen im Tor, davor eine Viererkette mit Treu, Tah, Nico Schlotterbeck und Malik Brown, Joshua Kimmich als Sechser, Felix Nmecha und Nadiem Amiri auf den Achterpositionen, Karim Adeyemi und Kevin Schade auf den Flügeln, Ebnoutalib in der Spitze. Für Klopp geht es in Augsburg um den ersten Sieg als Bundestrainer und um den Anschluss an Griechenland an der Tabellenspitze - bevor am Donnerstag in München das Wiedersehen mit Serbien folgt.