Das offizielle Mannschaftsfoto der deutschen Nationalmannschaft zur WM 2026 zeigt eine Auffälligkeit: Wer nachzählt, kommt nicht auf 26, sondern auf 27 Spieler. Aufgenommen am Mittwoch von Alexander Hassenstein/Getty Images am W. Dennie Spry Stadium in Winston-Salem, North Carolina, hat Julian Nagelsmann seinen vierten Torhüter Jonas Urbig mit ins Bild geholt - obwohl der 22-Jährige offiziell nicht zum FIFA-Kader gehört.

Es ist, wie die Sportschau in ihrem DFB-Blog festhält, ein klares Signal des Bundestrainers: Urbig sei „ein echter Bestandteil der Mannschaft“, nicht bloß Trainingstorwart. Bayerns Nummer zwei reiste mit den 26 Kaderspielern in die USA, um den Tortrios Manuel Neuer, Oliver Baumann und Alexander Nübel die Einheiten zu erleichtern - und als Versicherung, falls sich vor oder während des Turniers einer der drei verletzt. Bei einer FIFA-zertifizierten Nachnominierung könnte Urbig binnen Stunden offiziell aufrücken.

Ein Platz, der bis vor wenigen Tagen Lennart Karl gehörte

Wer auf dem Foto fehlt: Lennart Karl. Bayerns 18-Jähriger zog sich am 6. Juni beim Abschlusstraining vor dem USA-Testspiel in Chicago einen Muskelbündelriss im linken Oberschenkel zu und verpasst die WM. An seine Stelle rückte Assan Ouédraogo von RB Leipzig nach, der den Anruf nach eigenen Angaben im Spanien-Urlaub in Marbella entgegennahm. Der 20-Jährige steht jetzt im Bild - mit Karl, dem ursprünglich vorgesehenen Stürmer, klafft daneben aber sportlich eine Lücke, die Nagelsmann in den verbleibenden Tagen schließen muss.

Urbig ist ein echter Bestandteil der Mannschaft, nicht bloß Trainingstorwart.
- DFB-Blog der Sportschau

Dass die Aufnahme nicht ganz perfekt geriet, räumte der DFB selbst ein: Nick Woltemade und David Raum hatten beim letzten Auslöser die Augen geschlossen. Im Vergleich zur EM 2024, als Kai Havertz auf dem Teamfoto teilweise hinter Florian Wirtz verschwand, sei aber wenigstens die volle Mannschaft sichtbar, hieß es aus dem Tross. Anschließend ging es auf den Trainingsplatz: Manuel Neuer absolvierte seine zweite Einheit nach den Wadenproblemen, die ihn das DFB-Pokalfinale Ende Mai gekostet hatten, und gilt für Sonntag als gesetzte Nummer eins.

Vier Tage bis Curacao

Am Sonntag, 14. Juni, eröffnet die DFB-Elf in Houston ihre Gruppe E gegen Curacao, Anpfiff 19.00 Uhr MESZ, live in ARD und MagentaTV. Anschließend warten in der Vorrunde die Elfenbeinküste und Ecuador. Bis zur Abreise aus dem Quartier auf dem Anwesen The Graylyn Estate am Samstag plant Nagelsmann nach Kicker-Informationen weiter an Feinschliff und Standards. Der vierte Torwart auf dem Mannschaftsfoto soll vor allem eines symbolisieren: Im Lager des Bundestrainers wird mit Tiefe geplant, nicht mit dem nominellen Minimum.