Wie wir noch vor dem Anpfiff berichteten, ging der FC Bayern ohne Manuel Neuer ins Pokalfinale in Berlin. Den Pokal hob der Kapitän am Ende trotzdem in die Luft. Vor 75.000 Zuschauern im Olympiastadion gewann München das Endspiel gegen den VfB Stuttgart mit 3:0 (0:0). Harry Kane erzielte in der zweiten Halbzeit alle drei Tore, der FC Bayern sicherte sich nach der bereits gewonnenen Meisterschaft auch den DFB-Pokal und damit das nationale Double.
In der ersten Halbzeit war davon wenig zu sehen. Stuttgart presste hoch, lief jeden zweiten Pass an und drängte die Bayern in die eigene Hälfte. Schon in der zweiten Minute köpfte Deniz Undav nach einer Mittelstädt-Flanke auf das Tor, Jonas Urbig parierte sicher. Maximilian Mittelstädt selbst prüfte den 22-jährigen Bayern-Keeper zweimal in den ersten 17 Minuten, Chema Andrés und Angelo Stiller hielten die Münchner Offensive weitgehend in Schach. Die Sportschau attestierte dem VfB eine taktisch starke Anlage, die Bayerns Räume eng machte.
Kane entscheidet das Spiel binnen 35 Minuten
Nach der Pause kippte die Partie. In der 55. Minute dribbelte Michael Olise an der rechten Grundlinie durch und schlug eine flache Hereingabe in die Mitte. Kane stand am zweiten Pfosten frei und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. In der 80. Minute spielte Luis Díaz den Engländer in den Strafraum frei, Kane drehte sich um seinen Gegenspieler und schloss flach ins lange Eck ab. Den dritten Treffer machte er in der zweiten Minute der Nachspielzeit vom Punkt: Olise hatte erneut geflankt, Stillers Arm war im Weg, Schiedsrichter zeigte auf den Punkt. Kane traf rechts unten.
Mit dem Hattrick reiht sich der Engländer in eine kurze historische Liste ein. Vor ihm hatten nur Uwe Seeler 1963 für den Hamburger SV, Roland Wohlfarth 1986 für Bayern und Robert Lewandowski 2012 für Borussia Dortmund je drei Tore in einem Pokalfinale erzielt. Mit zehn Treffern in dieser Pokalsaison wurde Kane zudem Torschützenkönig des Wettbewerbs. Für Bayern war es der 21. Pokalsieg und das 13. Double aus Meisterschaft und Pokal.
Es gibt Schlimmeres, als gegen die Bayern zu verlieren.
Auf der Stuttgarter Seite überwog trotz der Niederlage ein nüchterner Ton. „Wir wollten alle gewinnen und haben es nicht geschafft. Trotzdem können wir stolz auf uns sein“, sagte Undav gegenüber Eurosport. Der Stürmer verwies auf die Saisonbilanz: Pokalsieger 2025, Finalist 2026, Qualifikation für die Champions League. Trainer Sebastian Hoeneß sprach in der Pressekonferenz davon, dass sein Team die erste Hälfte couragiert geführt habe, in der zweiten aber „den entscheidenden Schritt zu spät“ gekommen sei.
Im Bayern-Lager fiel die Bewertung knapp aus. „Wir wollten das machen, was wir die ganze Saison gezeigt haben“, sagte Trainer Vincent Kompany nach Abpfiff. Manuel Neuer, der wegen Wadenproblemen passen musste und für den Jonas Urbig erstmals in einem Endspiel zwischen den Pfosten stand, hob den Pokal als Kapitän in die Luft. „Das war nur ein Hüpfer“, sagte Neuer zur erzwungenen Pause. „Das reicht auf jeden Fall, um zu feiern.“ Für Urbig endete sein 20. Pflichtspiel der Saison mit einem zu null und einem Titel.