Jürgen Klopp hat im dritten Anlauf seinen ersten Sieg als Bundestrainer eingefahren. Die DFB-Elf besiegte Serbien am Donnerstagabend in München mit 2:0 (1:0) und ließ Gruppe A2 der UEFA Nations League wieder offen. Tom Bischof traf in der 39. Minute, Florian Wirtz legte in der 61. Minute nach. Wie wir am Morgen berichteten, war die Startelf mit vier Debütanten besetzt und Bayern-Keeper Jonas Urbig im Tor eine der zentralen Personalentscheidungen des Abends.

Vor 68.121 Zuschauern in der Allianz Arena brachte das 1:0 die Erlösung. Nach einem Pfostenschuss von Wirtz stand Bischof im Nachsetzen richtig und erzielte beim Debüt sein erstes Länderspieltor. Nach dem Seitenwechsel kombinierte sich die DFB-Elf durch den serbischen Strafraum, Wirtz vollendete nach dominant vorgetragenem Angriff zum 2:0. Zum ersten Mal seit sieben Länderspielen hielt die Mannschaft dabei die Null, wie ad-hoc-news festhielt.

„Unbeschreiblich. Das Stadion hat gebrannt. Wir waren von Anfang an voll da“, sagte Bischof dem ZDF. Wirtz schloss sich an: „Es hat unheimlich viel Spaß gemacht. Jeder Einzelne hat alles auf den Platz gelegt.“ Klopp hatte vor der Partie bei der Pressekonferenz vom Mittwoch angekündigt, die Kapitänsbinde dem länderspielerfahrensten Spieler auf dem Feld zu geben; Serge Gnabry führte die Mannschaft mit 61 Einsätzen aufs Feld.

Baur wird der 1000. DFB-Spieler

Mit seiner Einwechslung in der Schlussphase sorgte Celtic-Profi Mika Baur für den historischen Moment des Abends: Er wurde der 1000. A-Nationalspieler in der Geschichte des DFB. Zuvor hatten in dieser Partie bereits Urbig und der Freiburger Derry Scherhant debütiert; Scherhant lief laut Sportschau als 998. Spieler auf, Baur sprang damit über die runde Zahl. Nico Schlotterbeck fehlte wie am Mittwoch angekündigt wegen einer Sprunggelenksverletzung, Waldemar Anton verteidigte neben Debütant Finn Jeltsch.

Es hat unheimlich viel Spaß gemacht. Jeder Einzelne hat alles auf den Platz gelegt.
- Florian Wirtz, nach dem Spiel gegenüber ZDF

Tabellarisch bleibt die Lage angespannt. Griechenland führt die Gruppe A2 nach dem Sieg am Nachmittag weiter mit sieben Punkten an, die Niederlande folgen mit fünf Zählern. Deutschland klettert mit vier Punkten auf Rang drei, Serbien bleibt punktlos Schlusslicht. Ohne einen Erfolg im Rückspiel am Sonntag in Thessaloniki rutscht die DFB-Elf wieder in die Abstiegszone. Anpfiff im Kleanthis-Vikelidis-Stadion ist um 15 Uhr, Übertragung erneut im ZDF.

Klopps Rotationskurs ist mit dem Sieg zunächst aufgegangen - und doch bleibt die Prüfung Griechenland. In Thessaloniki fehlen dem Bundestrainer nach eigener Aussage die Spieler, die er in München geschont hat; im Hinspiel hatten die Griechen die DFB-Elf nach einer kompakten Defensive 1:0 bezwungen. Dass Deutschland in München zum Sieg kam, erleichtert die Lage. Vor dem Rückspiel reicht das aber nur bedingt.