Das Remis zwischen Spanien und Kap Verde am Montagabend in Atlanta verändert die Rechnung für die deutsche Mannschaft. Wie die Sportschau am Dienstagmorgen vorrechnet, würde der DFB-Elf am Samstag (22.30 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) in Toronto gegen die Elfenbeinküste ein Sieg reichen, um vorzeitig in die K.-o.-Runde einzuziehen.

Hintergrund ist das neue 48-Team-Format mit zwölf Gruppen: Neben den Gruppenersten und -zweiten ziehen die acht besten Gruppendritten in die Runde der letzten 32 ein. Weil in den Gruppen B, C, F und H bereits Unentschieden gefallen sind - zuletzt eben Spanien gegen Kap Verde 0:0 - kann dort kein Dritter mehr auf sechs Punkte kommen. Sechs Zähler sind der Wert, den Deutschland mit einem Sieg gegen die Ivorer auf dem Konto hätte, nach dem 7:1 zum Auftakt gegen Curaçao.

Die Folge: Selbst als Gruppendritter wäre der DFB-Elf das Weiterkommen bei drei gewonnenen Spielen in Folge nicht mehr zu nehmen. Wie t-online unter Berufung auf eine dpa-Auswertung schreibt, wäre damit das Szenario von 2018 und 2022 - frühes Vorrundenaus - praktisch ausgeschlossen. Die torreiche Differenz aus dem Houston-Auftakt verschafft zusätzlich Puffer.

Toronto als nächste Hürde

Die Mannschaft von Julian Nagelsmann hatte bis Dienstagvormittag einen freien Tag im Quartier in Winston-Salem in North Carolina. Am Mittwoch sollte das Training für die Partie in Toronto wieder aufgenommen werden. Die Elfenbeinküste hatte ihr Auftaktspiel gegen Ecuador in Philadelphia 0:0 gespielt, steht in der Gruppe E mit einem Zähler hinter Deutschland.

DFB-Geschäftsführer Sport Andreas Rettig verwies bereits am Montag auf die komfortable Lage. Mit sechs Punkten, so Rettig laut Sportschau, sei das Weiterkommen für Deutschland auch als Dritter sicher. Eine Garantie auf Platz eins oder zwei ist es allerdings nicht: Ecuador ist im letzten Gruppenspiel am 25. Juni in New Jersey der Maßstab, ob am Ende Platz eins, zwei oder drei steht.

Klar ist: Das Bild aus Atlanta, in dem die spanischen Stars reihenweise an Kap Verdes 40-jährigem Schlussmann Vózinha scheiterten, hat die Statik der WM verändert. Für die DFB-Elf bedeutet es vor allem eines: Wer in Toronto gewinnt, fliegt nicht in der Vorrunde nach Hause.