Arte hat am Sonntagabend Sydney Pollacks „Die Firma“ wiederholt, den 147-minütigen Thriller aus dem Jahr 1993 mit Tom Cruise in der Hauptrolle. Der Sender zeigte den Film zur Primetime von 20:15 bis 22:40 Uhr. Parallel zur Ausstrahlung schob sich der deutschsprachige Wikipedia-Eintrag zum Film in die Top-Trends des Wochenendes, wie aus den Zugriffszahlen der Wikimedia hervorgeht.

„Die Firma“ war 1993 die erste Kinoadaption eines John-Grisham-Romans und legte die Vorlage für eine ganze Welle weiterer Verfilmungen. Cruise spielt den Harvard-Absolventen Mitch McDeere, der bei der Kanzlei Bendini, Lambert & Locke in Memphis einen Traumjob antritt und feststellt, dass seine neuen Chefs für die Cosa Nostra arbeiten. Zwischen FBI-Erpressung und Mafia-Kontrolle muss er einen Ausweg finden, ohne seine Anwaltszulassung zu verlieren. Regisseur Pollack, damals frisch mit „Jenseits von Afrika“ oscarprämiert, übernahm die Regie erst, nachdem Paramount Cruise den ursprünglich geplanten Regie-Einstand bei einem 42-Millionen-Dollar-Budget verweigert hatte.

Die Besetzung zählt zu den stärksten der 90er Jahre: Neben Cruise stehen Gene Hackman als lebensmüder Anwalt Avery Tolar, Jeanne Tripplehorn als Ehefrau Abby, Ed Harris als FBI-Agent Wayne Tarrance und Holly Hunter in einer Nebenrolle vor der Kamera, für die sie eine Oscar-Nominierung erhielt. Das Drehbuch schrieben David Rabe und Robert Towne, die Grishams komplexen Plot auf eine erzählbare Länge komprimierten.

Sydney Pollack versammelte eine exquisite Starriege.
- Carsten Baumgardt, Filmstarts

Der Grisham-Boom, den dieser Film ausgelöst hat

„Die Firma“ spielte weltweit rund 270 Millionen Dollar ein und machte Grisham zum meistverfilmten Bestseller-Autor der 90er Jahre. In den drei Jahren nach dem Kinostart folgten „Der Klient“, „Die Akte“ und „Die Jury“, alle mit Starbesetzung und ähnlichem Kanzlei-und-Verschwörung-Rezept. Der Filmdienst nennt Pollacks Version bis heute einen „spannenden Unterhaltungsfilm mit sorgsam profilierten Figuren und hervorragenden Schauspielern“.

Bei Kritikerinnen und Kritikern gilt der Film als einer der besten Grisham-Adaptionen überhaupt. Filmstarts vergibt 4,5 von 5 Sternen, Prisma spricht von einer „Kult“-Verfilmung. Für Cruise war die Rolle des McDeere eine Zäsur, wie der Kritiker Oliver Kube bei Filmstarts festhält: Ohne die Erfahrung aus „Die Firma“ sei er nicht dort, wo er heute stehe. Wer die Arte-Ausstrahlung verpasst hat, findet den Film derzeit im Abo bei Paramount+; die Arte-Mediathek zeigt ihn im Anschluss an die TV-Premiere in der Regel für einige Tage.