Das ZDF hat am Montagabend um 22:15 Uhr die Free-TV-Premiere von Luc Bessons „DogMan“ gezeigt. Der 105 Minuten lange französisch-amerikanische Thriller aus dem Jahr 2023 lief im Montagskino und wurde in der Nacht auf Mittwoch um 00:15 Uhr wiederholt. In der ZDF-Mediathek steht der Film noch bis zum 28. Oktober bereit, wie unter anderem Quotenmeter und Prisma vor der Ausstrahlung berichteten.
Es ist Bessons erste Regiearbeit seit vier Jahren und wurde 2023 im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig uraufgeführt. Filmstarts-Kritiker Oliver Kube vergab in seiner deutschsprachigen Besprechung 4,5 von 5 Sternen und nannte den Film ein „absolut niederschmetterndes psychologisches Charakterdrama“ mit Anleihen bei „Heist-Thriller, Folter-Horror, Neo-Noir, Action-Komödie“. Die Zeitung Guardian war zurückhaltender: eine erste Rezension gab zwei von fünf Sternen, eine spätere drei; beide hoben Caleb Landry Jones' Darstellung hervor, kritisierten aber die dramaturgische Oberflächlichkeit.
Der Einstieg gehört zu den auffälligsten der Kinojahrgänge 2023 und 2024. Die Polizei stoppt einen Truck voller Hunde, am Steuer sitzt ein blutverschmierter Mann in Abendkleid und Perücke. Auf dem Revier erzählt Douglas Munrow der Psychiaterin Evelyn seine Geschichte: Kindheit im Käfig eines gewalttätigen Vaters, ein Leben mit Hunden in einer verlassenen Schule, Drag-Auftritte als Ventil. Als Gangster und Behörden auf ihn zurollen, wird das Rudel zur Waffe.
Ein Joker mit Hundemeute
Getragen wird der Film von Caleb Landry Jones, dessen Darstellung mehrfach mit Joaquin Phoenix' Titelfigur in „Joker“ verglichen wurde. Der 35-Jährige, in Cannes 2021 für „Nitram“ als bester Darsteller ausgezeichnet, spielt Douglas laut Filmstarts „kraftvoll und verletzlich zugleich“. Jojo T. Gibbs übernimmt die Rolle der Psychiaterin, in Nebenrollen sind Christopher Denham, Grace Palma und der deutsche Schauspieler Clemens Schick zu sehen. Für die Musik zeichnet Besson-Stammkomponist Eric Serra verantwortlich, für die Kamera Colin Wandersman.
Ein absolut niederschmetterndes psychologisches Charakterdrama.
„DogMan“ lief 2023 in Venedig im Wettbewerb um den Goldenen Löwen, ging dort aber leer aus. International lobten Fachmedien wie Cineuropa den überzeichneten Genre-Mix als Bessons persönlichsten Film seit Jahren; der britische Guardian sah nach einer zurückhaltenden Erstkritik in einer Nachbetrachtung immerhin drei von fünf Sternen.
Das öffentlich-rechtliche Programm setzt den FSK-16-Titel bewusst spät im Abend an - Prisma bezeichnete ihn als „nicht für schwache Nerven“. Für das deutsche Publikum ist die ZDF-Ausstrahlung die erste Möglichkeit, „DogMan“ ohne Kino oder Streamingabo zu sehen. In der Mediathek bleibt der Film noch einen Monat abrufbar; Einschaltquoten für den Montagabend dürfte das ZDF im Laufe der Woche mitteilen.