Am Freitagmorgen ist Dolly Parton auf dem Woodlawn Memorial Park and Mausoleum in Nashville im engsten Familienkreis beigesetzt worden. Rund ein Dutzend Angehöriger habe sich vor der geschlossenen Trauerfeier eingefunden, berichtet Page Six laut Entertainment Now, darunter Partons Neffe Bryan Seaver, seit Jahren Chef ihrer Personenschützer. Der Friedhof im Süden Nashvilles war weiträumig abgesperrt, wie der Daily Beast schreibt: „Der Gedenkort war voll mit Polizei“, zitiert das Portal einen Beobachter. Wie wir am Freitag berichteten, hatte Partons Familie kurz nach ihrem Tod am Dienstag eine private Zeremonie angekündigt und gebeten, statt Blumen für die Imagination Library zu spenden.

Parton, gestorben am 25. August im Alter von 80 Jahren nach kurzer Krebserkrankung, wurde neben ihrem im März 2025 gestorbenen Ehemann Carl Thomas Dean beigesetzt. Nach Angaben ihres Neffen habe sie gewünscht, in einem einfachen Baumwollkleid und ihren typischen Stilettos beerdigt zu werden - nach Jahrzehnten in Strass-Kostümen wolle sie „in einem schönen Bett aus weichem Baumwollstoff ruhen“. Auf Woodlawn liegen bereits die Country-Legenden Porter Wagoner, George Jones, Tammy Wynette und Eddy Arnold; Wagoner hatte Parton Ende der Sechzigerjahre in seiner TV-Show bundesweit bekannt gemacht.

Halbmast und ein Flughafen für Dolly

Parallel zur Beisetzung liefen offizielle Ehrungen weiter. Tennessees Gouverneur Bill Lee ordnete an, die Flaggen im Bundesstaat auf halbmast zu setzen, und nannte Parton auf X „Tennessees Lieblingstochter“. US-Präsident Donald Trump wies die Bundesbehörden an, die Flaggen landesweit für eine Woche auf halbmast zu setzen. „Ich ordne an, dass die amerikanische Flagge in den gesamten Vereinigten Staaten für eine Woche auf halbmast gesetzt wird“, schrieb Trump laut t-online auf Truth Social und sprach von einem „wahren Verlust für Millionen von Menschen“. Am Freitag legte Lee nach: Er will den Nashville International Airport nach der Country-Ikone umbenennen lassen. „An einem Ort, an dem Tennessee die Welt begrüßt, ist es angemessen, dass der Nashville International Airport den Namen der Lieblingstochter unseres Staates trägt“, erklärte Lee. Über die Umbenennung entscheidet die Metropolitan Nashville Airport Authority, die das Anliegen am 17. September behandeln will.

Ich glaube fest daran, dass die Welt den Einfluss von Dolly Parton nie wirklich wird ermessen können.
- Dan Rogers, Executive Producer der Grand Ole Opry

Auch die Grand Ole Opry in Nashville, seit 1925 das kulturelle Zentrum der Country-Musik, hat ihre Programmpolitik geändert. Am Samstagabend widmet die Opry ihre komplette Show Parton, das Programm ist ausverkauft und wird weltweit gestreamt. Auf der Bühne stehen unter anderen Carly Pearce, Kathy Mattea, T. Graham Brown und Molly Tuttle. „Dolly hat jeden erreicht“, sagte Executive Producer Dan Rogers dem Sender WSMV. „Ich glaube fest daran, dass die Welt den Einfluss von Dolly Parton nie wirklich wird ermessen können.“ Die Türen des Opry House hängen voller schwarzer Schleifen und rosafarbener Rosen; Partons Mitgliedsplakette trägt seit dieser Woche ein weißes Band.

Dollywood plant Kapelle und Wasserfall

In ihrem Freizeitpark Dollywood in Pigeon Forge, den Parton 1986 mitgegründet hat, sammeln sich seit Tagen Kränze und Karten. Parkpräsident Eugene Naughton kündigte gegenüber News Channel 11 ein dauerhaftes Denkmal an. Zentrales Element solle die bestehende Parkkapelle sein: „Sie trug ihren Glauben offen, oder?“, sagte Naughton. Ein neu angelegter, geschwungener Wasserfall im „Craftsman's Valley“ solle in Richtung Kapelle fließen, dazu eine Skulptur einer Gitarre mit Buntglaselementen am Bachlauf. „Wasser steht für Leben. Ich will, dass die Menschen an Dolly Parton denken. Sie ist genau hier auf diesem Boden lebendig, und wir tragen sie weiter“, so Naughton. Parton habe den Masterplan des Parks bis 2036 selbst mit entwickelt.

Über Nashville hinaus verläuft die Trauer sichtbar. Am Todestag am vergangenen Dienstag erstrahlte das Empire State Building in New York für eine Stunde in Pink, beginnend um 21:25 Uhr Ortszeit - eine Anspielung auf Partons Welthit „9 to 5“, wie CBS New York berichtet. In Los Angeles legten Fans Blumen am Hollywood Walk of Fame nieder, in Nashville pilgerten laut WSMV tausende Menschen zu Partons Stern auf dem Music City Walk of Fame. Der öffentliche Abschied, den die Familie sich verbeten hat, findet damit an anderer Stelle statt - in Pink, in schwarzen Schleifen an einer Radiotür und in einem Namensstreit über einen Flughafen.