Dolly Parton ist tot. Die US-amerikanische Country-Sängerin starb am Dienstag im Alter von 80 Jahren im Vanderbilt-Ingram Cancer Center in Nashville, wie ihr Management mitteilte. Als Todesursache nannte ihre Publizistin einen „kurzen Kampf gegen Krebs“, berichten übereinstimmend CNN, Variety und NPR. Parton habe „friedlich“ im Kreis ihrer Familie geschlafen.

Bereits am vergangenen Freitag hatte Parton dem Magazin People erklärt, sie habe „mit einigen Gesundheitsproblemen zu kämpfen“, die sie während der Erkrankung ihres im März 2025 verstorbenen Mannes Carl Thomas Dean vernachlässigt habe. In den vergangenen Wochen musste sie mehrere Auftritte in Las Vegas absagen. Zuletzt sprach sie am 25. August in einem Statement öffentlich über Autoimmun- und Nierenprobleme.

Die Traurigkeit ist mit uns, aber nicht mit Dolly. Sie hat ihr Leben gelebt.
- Familie Parton, Instagram-Video

Parton, geboren am 19. Januar 1946 als viertes von zwölf Kindern in einer Berghütte in Sevier County, Tennessee, gehörte seit den 1970er Jahren zu den erfolgreichsten Country-Stars der Welt. Sie hatte 25 Nummer-eins-Hits in den Country-Charts, verkaufte weltweit mehr als 100 Millionen Alben und wurde mit zehn Grammy Awards ausgezeichnet. Ihr Song „Jolene“ wurde 1973 zum Welthit, „I Will Always Love You“ prägte in der Version von Whitney Houston die Popkultur der neunziger Jahre. 2022 wurde sie in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen, 2025 erhielt sie den Jean Hersholt Humanitarian Award der Academy für ihre philanthropische Arbeit.

Dollywood und die Imagination Library

Neben ihrer Musikkarriere baute Parton ein Unterhaltungs- und Sozialimperium auf: Das 1986 eröffnete Freizeitpark Dollywood in Pigeon Forge zählt zu den meistbesuchten Attraktionen in Tennessee. Ihre 1995 gegründete Imagination Library verschickt jeden Monat kostenlos Kinderbücher an Familien in fünf Ländern und hat bislang mehr als 250 Millionen Bände verteilt. Präsident George W. Bush zeichnete Parton 2004 mit der National Medal of Arts aus, Präsident Joe Biden ehrte sie 2022 mit der National Medal of Freedom.

Reaktionen aus der Musikwelt kamen unmittelbar nach Bekanntwerden des Todes. Country-Kollegen wie Reba McEntire und Miranda Lambert sprachen in ersten Statements gegenüber US-Medien von einem „unersetzlichen Verlust“. Beim Grand Ole Opry in Nashville läuten am Mittwochabend die Lichter zu Ehren Partons; auf dem Broadway sollen Theater ihre Marquees dimmen. Der Gouverneur von Tennessee, Bill Lee, ordnete Halbmast für alle staatlichen Gebäude an.