Die Suchmaschine DuckDuckGo verzeichnet nach Googles Entwicklerkonferenz I/O massive Zuwächse bei Neuinstallationen. In den USA stiegen die App-Downloads zwischen dem 20. und 25. Mai im Wochenvergleich um durchschnittlich 18,1 Prozent, am 25. Mai sogar um 30,5 Prozent, wie TechCrunch unter Berufung auf Unternehmensangaben berichtet. Auf iPhones lag der Anstieg im Schnitt bei 33 Prozent, an einem Tag bei 69,9 Prozent. Die KI-freie Variante noai.duckduckgo.com wuchs im Wochenvergleich um 22,7 Prozent.

Auslöser ist Googles Ankündigung vom 19. Mai auf der I/O 2026 in Mountain View. Der Konzern ersetzt die klassische Linkliste durch sogenannte AI Overviews und einen neuen „AI Mode“, der Folgefragen wie ein Chatbot beantwortet. Die KI-Antworten lassen sich in den Einstellungen nicht abschalten. Die Redaktion des Onlinemagazins Winfuture spricht von der „tiefgreifendsten Umgestaltung“ der Google-Suche seit mehr als 25 Jahren.

DuckDuckGo-Gründer und CEO Gabriel Weinberg griff Google direkt an. „Google zwingt seinen Anwendern künstliche Intelligenz auf. Das führt zu schlechteren Ergebnissen“, sagte Weinberg laut Winfuture. Gegenüber TechCrunch erklärte er, sein Unternehmen respektiere im Gegensatz dazu die Wahl der Nutzer: DuckDuckGo speichere keine Suchverläufe und nutze keine Eingaben zum Training eigener Modelle.

Google zwingt seinen Anwendern künstliche Intelligenz auf. Das führt zu schlechteren Ergebnissen.
- Gabriel Weinberg, DuckDuckGo-CEO, in Winfuture

Wachstumsschub aus kleiner Basis

Trotz der zweistelligen Sprünge bleibt DuckDuckGo ein Nischenanbieter. In Deutschland erreichte die Suchmaschine im April 2026 laut der Marketingagentur Sage Media einen Marktanteil von 1,97 Prozent, in den USA liegt der Wert bei rund zwei Prozent. Die Analysefirma Apptopia, von TechCrunch zitiert, bestätigt den Trend mit eigenen Zahlen: 29 Prozent mehr tägliche US-Downloads, weltweit zwölf Prozent.

DuckDuckGo verzichtet selbst nicht komplett auf generative KI. Über den Dienst Duck.ai erhalten Nutzer anonymisierten Zugang zu Modellen wie Claude 4.5 Haiku und GPT-5 mini, IP-Adressen werden maskiert, Chatverläufe nach 30 Tagen gelöscht. „Nutzer sollten selbst entscheiden, in welchem Umfang sie KI-Funktionen verwenden möchten“, zitiert das Branchenportal all-ai.de Weinberg. Genau diese Wahlfreiheit fehle bei Google.

Ob die Bewegung mehr ist als ein kurzer Reflex auf eine Schlagzeile, lässt sich aus den Mai-Zahlen noch nicht ablesen. Marktanteilsverschiebungen brauchen Monate, nicht Tage. Die Hardwareluxx-Redaktion verweist auf vergleichbare Schübe nach früheren Datenschutzdebatten, die schnell wieder abebbten. Klar ist nur, dass Googles KI-Strategie zumindest einen Teil der Nutzerschaft nicht überzeugt.