Armand Duplantis hat sich bei der Leichtathletik-EM in Birmingham am Sonntagabend seinen vierten EM-Titel in Folge gesichert. Der Schwede übersprang im Alexander Stadium 6,15 Meter und pulverisierte damit seinen eigenen Meisterschaftsrekord von 6,10 Metern aus Rom 2024. Silber ging an den Griechen Emmanouil Karalis, Bronze an den Franzosen Baptiste Thiery.
Für einen Moment hatte es zumindest nach einem Duell ausgesehen. Karalis meisterte 5,95 Meter und ging in Führung, als Duplantis bei 6,00 Metern im ersten Versuch riss. Doch der Schwede korrigierte im zweiten Anlauf, ließ 6,10 Meter locker folgen und legte bei 6,15 Metern nach. Karalis wollte antworten, streifte die Latte bei 6,10 Metern mit der Brust und war raus, wie die Sportschau die Szene beschrieb. Der Deutsche Bo Kanda Lita Baehre landete mit 5,70 Metern auf Rang neun.
Nach der Sommerkrise das klarste Argument
Die Reise nach Birmingham war für den 15-maligen Weltrekordler ungewohnt holprig gewesen. Anfang Juni verlor Duplantis nach fast drei Jahren und über 40 Wettkämpfen zum ersten Mal wieder ein Meeting, beim Diamond-League-Auftritt in Stockholm - vor heimischem Publikum. „Ich bin einfach schlecht gesprungen“, räumte er später schwedischen Medien gegenüber ein, wie sport.orf.at berichtete. Im Juli sagte er dann den Auftritt in London wegen Problemen im Quadrizeps kurzfristig ab. Birmingham war sein erster Wettkampf nach der Verletzungspause.
Ich will ihr mit vielen Siegen meine Ehre erweisen.
Auf den Weltrekord ließ es Duplantis dann bewusst ankommen - und ließ ihn liegen. Die Marke von 6,32 Metern, die er im März in Uppsala aufgestellt hatte, blieb unangetastet. „König der Lüfte“ nannte die Sportschau ihn im Titel, und in Birmingham hatte diese Formulierung an diesem Abend selten so wenig Widerspruch. Der nächste ernsthafte Angriff auf die eigene Bestmarke dürfte den WM-Titelkämpfen 2027 vorbehalten sein.